Kiezreporter der Schulstation von Aufwind e.V. - Foto: Stefanie Lehmann Unionhilfswerk - Kindergartengruppe - Foto: Christiane Weidner Eine Breakdanceshow - Foto: Eberhard Auriga Kletterwald - Foto: Nachbarschaftsheim Schöne

In die Natur für interkulturelle Treffen

Berliner Fröbel-Kindergärten zeigen, wie es funktionieren kann

Sprachförderung ist eines der großen Themen für das Team des Fröbel -Kindergartens
Highdechsen, denn die Einrichtung wird von vielen Kindern mit unterschiedlichen Kulturen und nicht-deutschen Familiensprachen besucht. Nur wie können die Kinder am besten unterstützt werden, wenn die Freizeit- und Familiensprache im Kiez kaum Deutsch ist, ein förderliches Bildungsumfeld in vielen Familien fehlt und der Sozialraum kaum für Erkundungen verlassen wird?

Die Lösung: Andere Fröbel-Kindergärten mobilisieren und vernetzen, gemeinsam Zeit verbringen, damit die Kinder ins Gespräch kommen und voneinander lernen. Das Projekt „Interkulturelle Spielsettings als Möglichkeit Sprachen zu erleben und zu erlernen“ wurde ins Leben gerufen. Seit dem Sommer 2016 spielen, toben und schnitzen die Kinder des Fröbel-Kindergartens Highdechsen deshalb mit Kindern aus anderen Fröbel-Kindergärten. Der Ort für diese Treffen ist immer in der Natur. Die Plätze in der Natur inspirieren zu Abenteuern und für die Kinder spielt es keine Rolle, dass sie unterschiedlich gut deutsch sprechen. „Wir wollten, dass sich die Kinder aus verschiedenen Kulturen und Familiensprachen gegenseitig kennenlernen, sich im besten Fall Freundschaften bilden, um so auch Vorurteilen entgegenzuwirken. Der Wald bietet zum Entdecken und Erleben der Welt ganz andere Möglichkeiten als die Kindergärten mit ihren streng bemessenen Räumen und den alltäglichen zwischenmenschlichen Konflikten“, erklärt Manuela Reißhauer, Leiterin des Fröbel-Kindergartens Highdechsen.

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Stiftung Parität Berlin konnte zusätzliches Fachpersonal eingestellt und somit das Projekt forciert werden. Ausgestattet mit Bollerwagen, Matschhosen und Regenjacken, können die Kinder bei jedem Wetter umgestürzte Bäume, Höhlen und Hügel erkunden, Tiere begutachten und sich den vielen Fragen und Möglichkeiten des Waldes widmen. Ganz von selbst entstehen gemeinsame Spielmomente, alle kommunizieren miteinander und im Nu entsteht in gemeinsamer Arbeit z. B. eine kleine Hütte aus Ästen und Blättern in der Zeit im Wald. Eine tolle Umgebung für Sprachlernsituationen und die Verbindung von Kulturen. Indem die pädagogischen Fachkräfte den Ideen, Gedanken oder Fragen der Kinder folgen und diese sprachlich aufgreifen, findet Sprachförderung und vor allem die Förderung von Deutschkenntnissen ganz selbstverständlich statt. Fester Bestandteil der Naturzeit ist auch eine Bücherdecke, auf welcher sich die Kinder selbstständig Bücher anschauen oder Geschichten vorgelesen bekommen.

Der Text ist im Themenheft „Rein in die Natur“ von Fröbel erschienen.
Mit dem Themenheft wird der Frage nach der Bedeutung von Naturkontakt für Kinder nachgegangen und die Vielfalt von Naturerlebnissen in Fröbel-Einrichtungen vorgestellt. Laden Sie das vollständige Heft hier herunter.

Bei Interesse an einer Druckversion wenden Sie sich gerne an presse(at)froebel-gruppe.de.

Foto: Franziska Werner/Fröbele.V.

(Pe)

 

 

 

Datum, 02 | 06 | 2017