Kiezreporter der Schulstation von Aufwind e.V. - Foto: Stefanie Lehmann Unionhilfswerk - Kindergartengruppe - Foto: Christiane Weidner Eine Breakdanceshow - Foto: Eberhard Auriga Kletterwald - Foto: Nachbarschaftsheim Schöne

„Helfen kann doch jeder!“ Schön wäre es.

KulturLeben Berlin startet Projekt für Inklusion von Menschen mit Behinderung im freiwilligen Engagement

Freiwillig Engagierte und Menschen mit Behinderung – diese Beziehung ist von einem vermeintlich klaren Rollenverständnis bestimmt: Der Mensch mit Behinderung in der nehmenden, der Engagierte in der gebenden Rolle. Doch für das Bewusstsein, dass Menschen mit Behinderung selbst über freiwilliges Engagement andere unterstützen können und nicht als Hilfeempfänger am passiven Rand der Gesellschaft stehen, bedarf es eines Paradigmenwechsels, der sich nur langsam vollzieht. Der Verein KulturLeben Berlin will dazu beitragen, ein Umdenken voranzutreiben.

Seit mehr als zehn Jahren setzt er sich für eine inklusive und diverse Berliner Kulturlandschaft ein. Durch die tägliche Vermittlung nicht verkaufter Tickets von analogen und digitalen Kulturveranstaltungen wie durch eigene Kunst- und Kulturprojekte erleichtert der Verein sozial benachteiligten Menschen in der Hauptstadt den Zugang zu kulturellen Angeboten. All das ist maßgeblich dem Engagement von mehr als 100 Freiwilligen zu verdanken.

Die Förderung des freiwilligen Engagements nimmt einen hohen Stellenwert in der Arbeit von KulturLeben Berlin ein. Jedem soll ermöglicht werden, sich gemeinsam für soziale und kulturelle Teilhabe zu engagieren. Somit startete im Mai 2020 das Projekt „Diversität und Inklusion im freiwilligen Engagement“. Es wird für drei Jahre von der Aktion Mensch gefördert und zielt auf den Ausbau inklusiver Engagementstrukturen. Durch barrierefreie digitale und analoge Kommunikations- und Arbeitsstrukturen sowie niedrigschwellige und individuell ausgerichtete Aufgabenbereiche soll es Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Erkrankungen ermöglicht werden, sich selbstbestimmt in die Arbeit des Vereins einzubringen.

Dabei solle das Rad nicht neu erfunden, sondern durch Netzwerkarbeit Synergien und Austausch geschaffen werden. Als Auftakt zum Thema inklusives Engagement regte der Verein im Oktober 2020 eine öffentliche Diskussionsrunde im inklusiven Coworking-Space Tüchtig an. Mit der Geschäftsführerin des Vereins, Angela Meyenburg, diskutierten die Schirmherrin des Projekts und Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin, Elke Breitenbach, die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung Berlin, Christine Braunert-Rümenapf, der Vorsitzende des Berliner Behindertenverbands e.V., Dominik Peter, die Vorständin des Vereins Sozialhelden, Adina Hermann, und der Initiator des bagfa-Inklusionsprojekts Henning Baden. In einem spannenden Gespräch über politische Rahmenbedingungen und Vorgehensweisen waren sich alle über die wichtige Rolle inklusiver Engagementstrukturen zur Umsetzung einer inklusiven Gesellschaft einig. In einer solchen, so Elke Breitenbach, hätte keiner einen Nachteil, aber alle einen Vorteil. In diesem Sinne motivierte und forderte Henning Baden: „Redet miteinander und fangt an!“. 

Erste Schritte des Projekts widmen sich der digitalen Barrierefreiheit. Dabei stehen die in über zehn Jahren gewachsene Vermittlungsdatenbank und die Website als zentrale Informationsanlaufstelle im Fokus. Zudem werden neu angemietete Räumlichkeiten des Stadtteilvereins Tiergarten barrierefrei ausgebaut und interne Austausch- und Schulungsformate für ein inklusives Zusammenarbeiten realisiert.

Informationen zu inklusiven Projekten von KulturLeben Berlin e.V. finden Sie hier.

Teresa Wittenbecher, KulturLeben Berlin e.V.

(rs)

Datum, 23 | 03 | 2021