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Hand in Hand für die Opfer von Straftaten

Kooperation der Opferhilfe Berlin mit der Gewaltschutzambulanz der Charité

Opfer von Gewalt erhalten ab sofort in den Räumen der Gewaltschutzambulanz der Charité eine individuelle Beratung der Opferhilfe Berlin, nachdem sie ihre Verletzungen in der Gewaltschutzambulanz haben dokumentieren lassen. Diese Beratung ist unabhängig von einer Anzeige und sie kann auf Wunsch auch anonymisiert durchgeführt werden. Beraten werden Menschen jeden Alters, Genders und jeder Herkunft. Die Ärztinnen der Gewaltschutzambulanz führen die gerichtsfeste Dokumentation auch in anderen Berliner Krankenhäusern durch. Auf Wunsch der Betroffenen berät die Opferhilfe dann direkt dort vor Ort.

Festliche Eröffnung des neuen Angebots
Das vierjährige Jubiläum der Berliner Gewaltschutzambulanz  am 19. Februar 2018 bildete den feierlichen Rahmen für den Start der Inhouse-Beratung der Opferhilfe. In Anwesenheit von Dirk Behrendt, Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Vertreterinnen und Vertretern der Senatsverwaltung für Justiz und vieler Netzwerkpartner wurde das Angebot offiziell eröffnet.

Eva Schumann, Geschäftsführerin der Opferhilfe, betonte: „Die Barrieren, sich an eine Beratungseinrichtung zu wenden, sind insbesondere bei Betroffenen schwerer Gewalttaten oftmals sehr hoch. Durch das Angebot vor Ort ermöglichen wir eine schnelle und flexible Unterstützung.“ Die Hilfe beinhaltet unter anderem die Vermittlung von Informationen über polizeiliche und gerichtliche Verfahren, die Unterstützung bei Antragstellungen, aber auch die so wichtige Stabilisierung der Betroffenen.       
     
Eine offene Tür für Opfer von Gewalttaten
Justizsenator Dirk Behrendt wies in seinem Grußwort darauf hin, dass die Fallzahlen von Opfern familiärer Gewalt in Berlin in den vergangenen Jahren gestiegen sind, wobei sowohl Erwachsene als auch Kinder betroffen sind. Dementsprechend hoch sei der Unterstützungs- und Beratungsbedarf. Mit den Angeboten der Gewaltschutzambulanz werde nicht nur den Betroffenen geholfen, sondern auch zur Aufklärung und zur strafrechtlichen Verfolgung und Verurteilung der Täter beigetragen. Senator Behrendt ergänzte, dass die Gewaltschutzambulanz den Opfern eine offene Tür biete. „Mit dem heutigen Tag und dem ergänzenden Angebot der Inhouse-Beratung durch die Opferhilfe wird diese Tür nun noch weiter geöffnet“, so Behrendt.

Ein Kernanliegen der Opferhilfe Berlin ist es,  mehr von einer Straftat betroffene Menschen zu erreichen und den Zugang zu Hilfe und Unterstützung zu erleichtern. Laut Statistik nehmen in Berlin lediglich zehn Prozent der Opfer von Straftaten Hilfsangebote in Anspruch. Die Informationen zu den Hilfsangeboten kommen noch immer bei zu wenigen Betroffenen an.  

Dank der Erhöhung von Zuwendungsmitteln aus der Berliner Justizverwaltung wird der Verein zukünftig seine Beratungsangebote regelhaft in den Räumen der Gewaltschutzambulanz vorhalten. Wenn die Menschen eine Ambulanz aufsuchen, ist die Gewalterfahrung oft erst Stunden her. Die Opferhilfe bietet dann einen geschützten Rahmen, damit sich die betroffene Person stabilisieren kann. Dann stehen die Mitarbeitenden im weiteren Prozess zur Verfügung – mit Informationen, Unterstützungsangeboten und viel Raum, um über das Erlebte zu sprechen.
                                                                                                           Janina Klein, Opferhilfe Berlin e.V.
                                                                                Irina Meyer, Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin

Feierlicher Eröffnung der Inhouse-Beratung der Opferhilfe in der Gewaltschutzambulanz; Foto: Veit Etzold


(Pe)


Datum, 22 | 02 | 2018