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Gesundheitslotsen in der psychiatrischen Versorgung geflüchteter Menschen

KommRum e.V. startet in Kooperation mit dem Referat Weiterbildung der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) einen Zertifikatskurs für Geflüchtete

Logos der Organisatoren

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Mit steigender Zahl von Flüchtlingen aus Syrien und anderen Krisengebieten ergibt sich die Notwendigkeit, den Geflüchteten, die unter psychischen Beeinträchtigungen leiden oder davon bedroht sind, Beratung und Vermittlung in psychiatrische/psychosoziale Hilfen anzubieten. Um den bestmöglichen Zugang zu den betroffenen Menschen zu ermöglichen, hat KommRum e.V. gemeinsam mit dem Referat Weiterbildung der KHSB den Zertifikatskurs "Gesundheitslotsen psychiatrische Versorgung geflüchteter Menschen" entwickelt.

Geflüchtete mit einschlägigen beruflichen Vorerfahrungen werden in dem Kurs befähigt, in den Einrichtungen der Flüchtlingshilfe Vermittlung in das hiesige psychosoziale Versorgungssystem anbieten zu können. In 12 gedolmetschten Modulen erhalten die Teilnehmenden umfangreiche Kenntnisse für die Beratung und Vermittlung Geflüchteter mit psychosozialem Unterstützungsbedarf. In einem anschließenden vierwöchigen Praktikum in psychosozialen Einrichtungen wird das Erlernte praktisch erprobt. Der vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin finanzierte Pilotkurs startet mit 12 Teilnehmenden am 16. September 2016 und schließt im Januar 2017 ab.

Die Initialzündung zur Entwicklung war eine Veranstaltung in der Kontakt- und Beratungsstelle Friedrichshain des KommRum e.V.- hier wurde zu Beginn des Jahres mit einem aus Syrien stammenden Psychologen lebhaft über die Situation der Menschen in Syrien und den angrenzenden Ländern sowie der aktuellen Situation der Aufnahme der Geflüchteten und deren Bedarfe diskutiert. In den folgenden Fachdiskussionen um eine zielführende psychosoziale Versorgung der geflüchteten Menschen wurde deutlich, dass wir der Schwierigkeit begegnen, mit den derzeit vorhandenen Strukturen kaum Kontakt zu den Geflüchteten zu bekommen. Auf diesem Hintergrund entstand die Idee, Menschen, die selbst als Geflüchtete nach Berlin gekommen sind, in einem Zertifikatskurs mit dem notwendigen fachlichen Know-How für diese Arbeit auszustatten.

Inzwischen hat der Berliner Senat, vorerst befristet bis Ende 2016, berlinweit Mittel für 24 Fachkräfte bereitgestellt, die die notwendige aufsuchende Arbeit in den Geflüchteteneinrichtungen aufbauen sollen. Der nun startende Zertifikatskurs unterstützt diese Arbeit, indem Menschen mit entsprechenden Sprach- und Kulturkenntnissen befähigt werden, diese Lotsenfunktion zu übernehmen.

Einen Flyer zur Zertifikatausbildung finden Sie hier auf deutsch und auf arabisch.

Datum, 26 | 09 | 2016