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Gefährdung des Kindeswohls innerhalb von Institutionen

Arbeitshilfe des Paritätischen Gesamtverbandes zum Kinder- und Jugendschutz in Einrichtungen

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gefahren für ihr Wohl ist eine Aufgabe der Gesellschaft und des Staates. In der Kinder- und Jugendhilfe ist dieser Schutz Anliegen und Aufgabe von öffentlichen wie freien Trägern. Dies gilt nicht erst seit Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes In der Folge öffentlich breit diskutierter Fälle von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung wuchs das Bedürfnis, diesen Schutzauftrag gesetzlich zu konkretisieren.

Durch Hinzufügung des § 8 a SGB VIII ist dies im Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK) zum 1. Januar 2005 geschehen. Diese Regelung verpflichtet die Jugendämter einerseits, bestimmte Verfahren einzuhalten, wenn ihnen gewichtige Ansatzpunkte für Gefahren für das Wohl von Kindern bekannt werden. Andererseits werden sie dazu verpflichtet, in Vereinbarungen mit freien Trägern sicherzustellen, dass diese den Schutzauftrag in entsprechender Weise wahrnehmen. Diese Vereinbarungen verpflichten Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe vermuteten Kindswohlgefährdungen nachzugehen, Handlungsschritte und Informationen zu dokumentieren, Eltern, Kindern und Jugendlichen Hilfe anzubieten, Unterstützung durch sogenannte Kinderschutzfachkräfte einzuholen und als Ultima Ratio das Jugendamt zu informieren, wenn die Sorge um das Kindeswohl nicht ausgeräumt werden kann.

In Teil 2 dieser Arbeitshilfe finden Sie wichtige Aspekte dieses Themas, empfohlene Handlungsschritte und Beispiele für Dokumentationsunterlagen. Mit dem Bundeskinderschutzgesetz vom 1. Januar 2012 wurden diese Regelungen überarbeitet und unter ausdrücklicher Hervorhebung des Aspekts der Gefährdung des Kindeswohls innerhalb der Institutionen erweitert. Nach einer erneuten Welle öffentlich gewordener eklatanter Missbrauchsfälle empfiehlt der eigens von der Bundesregierung eingesetzte "Runde Tisch" Handlungsleitlinien, um jegliche Formen von Machtmissbrauch durch pädagogische Fachkräfte möglichst zu verhindern. Diesen Leitlinien und den Vorgaben des Kinderschutzgesetzes folgt Teil 1 dieser Arbeitshilfe.

Ziel der Arbeitshilfe ist es, Verantwortungsträger von Institutionen und pädagogische Fachkräfte darüber zu informieren, was zu beachten ist, wenn die Institution eine Vereinbarung nach § 8a Abs. 4 SGB VIII abschließen möchte. Sie will zum Nachdenken über den Kinderschutz in der Einrichtung anregen. Wichtig ist uns zu betonen, dass sich am Kerngeschäft der pädagogischen Arbeit durch diese Konkretisierung des Schutzauftrags der Kinder- und Jugendhilfe nichts ändert. Wenn allerdings Kindeswohlgefährdungen oder Verdachtsfälle wahrgenommen werden, dann dienen konkret geregelte Verfahren der Unterstützung und der Entscheidung, wie sie hier dargestellt sind, als große Hilfe für alle Beteiligten.

Diese Arbeitshilfe richtet sich an alle Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Darunter verstehen wir Einrichtungen aller Arbeitsfelder der Jugendhilfe (Kindertageseinrichtungen, offene und stationäre sowie ambulante Jugendhilfe, etc.) und der Eingliederungshilfe.

Die Arbeitshilfe können Sie hier herunterladen.

Datum, 29 | 09 | 2016