Kiezreporter der Schulstation von Aufwind e.V. - Foto: Stefanie Lehmann Unionhilfswerk - Kindergartengruppe - Foto: Christiane Weidner Eine Breakdanceshow - Foto: Eberhard Auriga Kletterwald - Foto: Nachbarschaftsheim Schöne

Für mehr Teilhabe älterer Menschen

Kreuzberger Netzwerk sorgt dafür, das Ältere am Leben im Nahraum teilnehmen können.

Sieben Jahre Netzwerkarbeit sind im Vergleich mit 70 Jahren Paritäter Berlin keine lange Zeit, aber auch wir feiern eine sehr verlässliche, kreative und nicht zuletzt erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen vielfältigen Akteuren und Menschen. Und damit passt dieser Beitrag auch gut in eine Geburtstagsausgabe anlässlich 70 Jahren Parität Berlin.

Im Juni 2013 gegründet, liegen spannende und arbeitsreiche Jahre des Netzwerkaufbaus hinter uns. Hilfreich war dabei, dass wir sehr frühzeitig gemeinsam die Ziele der Netzwerkarbeit festlegten. Als langfristiges Ziel formulierten wir, vielen älteren Menschen mehr soziale und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und nahräumlich vielfältige Angebote entlang ihrer Interessen zu organisieren und vorzuhalten. Positiv war zudem, dass wir uns von Beginn an einig waren, vor allem an der Entwicklung und Ausgestaltung unterschiedlichster Zugänge zu älteren Menschen arbeiten zu wollen.

Was tun wir? Wir binden längerfristig Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, etwa aus Arztpraxen, Apotheken und Physiotherapien, in die Ansprache und Information älterer Menschen ein. Außerdem sensibilisieren wir die Nachbarschaft für die aktive Ansprache älterer Menschen. Zum Beispiel entwickeln wir die Kampagne „Ziemlich beste Nachbarn. Dank Dir!“. Zudem schreiben wir per Brief regelmäßig ältere Menschen bestimmter Jahrgänge an, informieren sie über Angebote im Sozialraum und laden sie zu Informationsveranstaltungen ein. Aus dem Netzwerk heraus entwickeln und organisieren wir auch mobile Angebote zur Ansprache älterer Menschen und binden sie in die Mitgestaltung ihres Wohnumfeldes ein.

Darüber hinaus haben wir uns viel mit dem Thema Bewegungsförderung beschäftigt. Neben Kiezsportübungsleiter-Ausbildungen organisieren wir regelmäßig Qualifizierungsreihen zu Alltagsaktivierung und Bewegungsförderung, die auf Bedarfe der älteren Menschen abzielen, die nicht mehr eigenständig aus ihren Wohnungen kommen.

In all den Jahren ist viel Vertrauen zwischen den Netzwerkpartnern gewachsen, und der Spaß am Miteinander-Arbeiten kam nie zu kurz – zwei zentrale Erfolgsindikatoren unserer Arbeit.

Unser zweieinhalbjähriges Modellprojekt mit der AOK Nordost, zwei Senatsverwaltungen, Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V. und dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist 2019 zu Ende gegangen. Zur Dokumentation haben wir einen Leitfaden entwickelt: „Bewegung, Mobilität und Soziale Teilhabe älterer Menschen im Rahmen vernetzter Arbeit im Sozialraum fördern“. Mit einem Transferworkshop im August boten wir die Möglichkeit, unsere Erfahrungen zu teilen und von uns entwickelte Arbeitsansätze vielleicht auch in andere Berliner Bezirke zu transportieren. Zu einzelnen Bausteinen unserer Netzwerkarbeit haben wir Steckbriefe erarbeitet. Mit diesen Steckbriefen verbindet sich der Wunsch des Ideen- und Wissenstransfers.

Gleichsam als Geburtstagsgeschenk erhielten wir im Juni die Zusage, mit dem Mehrgenerationenhaus Gneisenaustraße Digital-Kompass-Standort zu werden. Das ist ein weiteres Puzzlestück in der Förderung der Teilhabe älterer Menschen in Friedrichshain-Kreuzberg. Zukünftig können wir darüber noch mehr ältere Menschen unterstützen, digitale Angebote selber auszuprobieren. Damit bieten wir Treffpunkte für persönlichen Austausch, für Schulungen vor Ort und online und Zugänge zu vielfältigen Materialien.

Markus Runge, Geschäftsführer des Nachbarschaftshauses Urbanstraße e. V.

Einen Link zum Leitfaden hat das Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V. auf seiner Internetseite veröffentlicht:  www.nachbarschaftshaus.de/fileadmin/DATEN/PDF/Publikationen/Leitfaden_Bewegung__Mobilitaet__Soziale_Teilhabe-Aelterer-web.pdf

(nd)

Datum, 23 | 09 | 2020