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Für eine bessere Versorgung von Schwangeren in Not

Abgeordnete, Verwaltung und Beratungsfachkräfte diskutierten über notwendige Schritte

Foto: freestocks/Unsplash

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Am 10. August 2021 fand das sozialpolitische Fachgespräch „Rückblicke zur Pandemie und zukünftige Wege der Schwangeren(konflikt)beratung für die bedarfsgerechte Versorgung von Hilfesuchenden“ statt.

Eingeladen hatten die Wohlfahrtsverbände: Caritasverband für das Erzbistum Berlin e. V., Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e. V., Paritätischer Wohlfahrtsverband LV Berlin e. V.

Die Beratungsfachkräfte der Berliner Einrichtungen zogen eine Bilanz der vergangenen Monate unter der Corona-Pandemie sowie des Lockdowns. Das Fazit: Die Auslastung der Beratungsstellen war bereits vor der Corona-Pandemie sehr hoch und es kam sogar teils zum Annahmestopp bei nicht-bezirklichen Beratungsanfragen. Während der Pandemie mussten die Beratungsstellen zudem im Rahmen der allgemeinen Schwangerenberatung (§2 SchwBG) teils die Nicht-Erreichbarkeit von Ämtern wie Jobcenter etc. auffangen.

Nach der akuten Krise müssen nun die Auswirkungen der Pandemie bewältigt werden. Aus diesem Grund fand am 10. August 2021 auf Einladung der Verbände ein sozialpolitisches Fachgespräch statt, an dem sich neben den Beratungsstellen, die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung auch die familien- bzw. gesundheitspolitischen Sprecherinnen der Abgeordnetenhausfraktionen der SPD, LINKE, GRÜNE und FDP beteiligt haben.

Ergebnisse des sozialpolitischen Fachgesprächs

Bei den politischen Akteuren herrschte Einigkeit über die hohe Bedeutung und Qualität der Arbeit der Einrichtungen für Schwangere in Not. Ihre Arbeit soll gesichert werden. Im Gespräch wurden Punkte diskutiert, die für die Stärkung der Schwangerschafts(konflikt)beratung in Berlin und damit für eine bessere Versorgung von Schwangeren in Not zu ergreifen sind:

  • Haushalt deutlich anpassen: Die Berliner Schwangeren(konflikt)beratungen erhalten aus einem festen Landesetat im Rahmen einer Fehlbedarfsfinanzierung eine Zuwendung, die die Beratungsstellen je nach Berliner Haushaltslage unterjährig anpassen (müssen). Eine Reduzierung der beantragten Zuwendungssumme wirkt sich aber unmittelbar auf das Personal der Einrichtung und das Beratungsangebot aus. Bereits um das derzeitige Versorgungsniveau zu sichern, bedarf es einer Erhöhung des aktuell vorgesehen Etats. Die vorgesehene Steigerung von 2% deckt nicht auftretende Kostensteigerungen durch z.B. Mieterhöhungen, Personalkostensteigerungen, notwendige Umzüge.
    Die soziale Struktur Berlins macht darüber hinaus einen personellen Aufwuchs an Beratungsfachkräften erforderlich.

  • Multiprofessionalität ausbauen: Um die komplexen Problemlagen der Hilfesuchenden professional bewältigen zu können, bedarf es eines multiprofessionellen Beratungsteams.

  • Digitale Beratung beibehalten: Die telefonische und digitale Beratung soll als Ergänzung beibehalten werden. Für die Umsetzung benötigen die Beratungsstellen zusätzliche Mittel für Sachmittel und Weiterbildung.

  • Verwaltungskraft erhöhen: Der Schlüssel für die Verwaltungskraft muss der heutigen Aufgabenvielfalt angepasst und erhöht werden.

  • Sprachbarrieren überwinden: Schwangeren(konflikt)beratung steht allen Schwangeren offen. Mehrsprachige Angebote und Dolmetscherdienste müssen deshalb finanziert werden.

  • Bürokratische Hürden senken: Eine Vereinfachung von Anträgen durch Online-Formulare wie der Stiftung Hilfen für die Familie ist sinnvoll.

Das Forderungspapier können Sie hier als PDF herunterladen.

Astrid Lück, Referentin Familie, Frauen und Mädchen

(aw)

Datum, 13 | 08 | 2021