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Dritte Studie zum Engagement im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin

Auf der Mitgliederversammlung des Paritätischen Berlin am 27. November 2019 stellt Prof. Dr. Stapf-Finé die Ergebnisse der neuen Studie zum freiwilligen Engagment im Paritätischen vor

Beauftragt vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin führte das Europa-Institut für Sozial- und Gesundheitsforschung an der Alice Salomon Hochschule Berlin eine erneute Studie zum freiwilligen, ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements im Verband durch. Es handelt sich hier um die dritte Studie in diesem Bereich. Die erste empirische Untersuchung dazu fand 2005 (vgl. Backhaus-Maul, Speck 2005) statt. Eine zweite Welle der Untersuchungen erfolgte zwischen 2012 und 2015 im Rahmen einer Drei-Länder-Studie in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Thüringen (vgl. Backhaus-Maul u.a. 2015).

In der aktuellen Studie geht es darum herauszufinden, ob die Anstrengungen zur Förderung des Freiwilligen-Engagements zu dem gewünschten Ergebnis geführt haben bzw. welche aktuellen Herausforderungen sich auftun.

Dem Forschungsteam war auch wichtig zu erfahren, welchen Einfluss die gestiegene Bedeutung der sozialen Arbeit mit geflüchteten Menschen auf das freiwillige Engagement gehabt hat, denn die Bewältigung der Integration sehr vieler geflüchteter Menschen wäre ohne das Engagement freiwillig Engagierter nicht möglich gewesen. Aber nicht nur in als krisenhaft empfundenen Situationen zeigt sich, dass ein Staatswesen nur funktionieren kann, wenn es ein ausgeprägtes zivilgesellschaftliches Engagement gibt, auf das es sich stützen kann.

Mit Hilfe eines quantitativen Fragebogens wurden im Zeitraum zwischen Dezember 2018 und April 2019 in den circa 760 Mitgliedsorganisationen Führungs- und Leitungskräfte nach dem Umfang, den Ausprägungen, dem Stellenwert und den organisatorischen Rahmenbedingungen des Engagements befragt. Die Befragung knüpfte an die Untersuchungen aus den zwei vorherigen Befragungen an, um eine Vergleichbarkeit herzustellen und Entwicklungen im Zeitablauf besser verfolgen zu können.

Während die quantitative Untersuchung die Frage beantwortet, wie sich die Dinge entwickelt haben, ist natürlich die Frage nach dem „Warum“ zu beantworten, daher wurde dieser mit qualitativen Interviews im Juli und August 2019 auf den Grund gegangen. Mit Hilfe von leitfadengestützten Experteninterviews wurden rund zahn Leitungs- und Führungskräfte, Ehrenamtsverantwortliche und Ehrenamtliche selbst interviewt. Im Mittelpunkt standen Fragen nach der strategischen Ausrichtung der Arbeit mit Freiwilligen: Welcher Begriff von Engagement wird verwendet, welche Arten von Engagement gibt es, welchen Stellenwert nimmt es in der Organisation ein, wie werden die Freiwilligen betreut, wie funktioniert die Kooperation mit den Hauptamtlichen, welche Strategien zur Rekrutierung von Freiwilligen gibt es, was sind die Erwartungen an den Landesverband oder die Paritätische Akademie.

Die Geschäftsstelle Bezirke des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin unter Leitung von Anne Jeglinski unterstützte das Forschungsteam tatkräftig bei der Ausarbeitung des Fragebogens, der Sicherung des Rücklaufs und der Rekrutierung von Teilnehmenden an den Experteninterviews. Dank gilt auch der Paritätischen Akademie Berlin für die zur Verfügung gestellten Ressourcen.

Sind Sie neugierig geworden? Dann lesen Sie gern den vollständigen Bericht mit den Ergebnissen der Studie nach. Sie finden ihn hier.

(rs)

Datum, 27 | 11 | 2019