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Die jetzt beschlossene Kita‐Notbetreuung schafft neue Konflikte und Verunsicherung

Pressemitteilung: 21.01.2021

Beispielbild: Pixabay

Die nun vom Berliner Senat beschlossene Notbetreuung in den Kitas verfehlt nicht nur das Ziel, das pandemische Geschehen konsequent einzudämmen, sie schafft auch noch mehr Verunsicherung. Wer eine Notbetreuung für seine Kinder braucht und in Anspruch nehmen will, muss sich jetzt durch ein monströses Regelwerk kämpfen. Die 28-seitige Liste der systemrelevanten Berufe ist unpraktikabel und verwirrend.
Die bisher gemeinsam mit den Eltern gefundenen Lösungen werden so gefährdet, sagt Dorothee Thielen, Referentin für Kinder und Kindertagesstätten vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin.

„Das nun vorgelegte Konzept schafft weder Klarheit noch Verlässlichkeit oder Gerechtigkeit. Statt über Bedarfe von Kindern zu sprechen, werden sich Kita-Leitungen und Eltern über die Auslegung dieser Notbetreuungsregeln streiten. Dazu kommt: Der Gesundheitsschutz der Beschäftigten in den Kitas spielt keine Rolle.“

Die Berliner Kitas werden ab kommenden Montag, dem 25. Januar 2021 geschlossen. Eltern sollen ihre Kinder weiterhin möglichst zu Hause betreuen. Sollte eine Kita noch Kapazität bis zu einer Schwelle von 50 Prozent haben, dürfen sich auch Allerziehende und sozial belastete Familien melden.

Damit die Pandemie wirksam bekämpft werden kann, fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin vom Berliner Senat:

1. Die konsequente Nachverfolgung von Infektionsfällen in Kitas und umfangreiche Angebote der Testung auch an die Kinder, die als Kontaktperson 1 gelten.
2. Die Ausweitung der Möglichkeiten für anlasslose Testungen von Mitarbeitenden in Kitas.
3. Die Finanzierung von Schutzmitteln, wie FFP2-Masken, Luftreinigern, Desinfektionsmitteln etc.
4. Eine umfassende Unterstützung und Beratung von Kindertagesstätten und Eltern beim Finden von guten Betreuungssettings und in Konfliktfällen.
5. Die gemeinsame Erarbeitung eines Wiedereröffnungskonzeptes, das ein verantwortungsvolles Hochfahren der Kitas bei sinkenden Inzidenzwerten ermöglicht.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin fordert weiterhin die Umsetzung eines Wechselmodells mit stabilen kleinen Gruppen, um einen besseren Infektionsschutz gewährleisten zu können.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin bittet alle Eltern weiterhin, Kontakte zu minimieren und eine Notbetreuung nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn keine andere Lösung gefunden werden kann. So unterstützen Eltern am besten das zu erreichende Ziel, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Sie schützen damit ihre eigene Familie und auch die Kita-Beschäftigten, gesund durch diese Zeit zu kommen.

Pressekontakt Paritätischer Berlin:                                 fachliche Verantwortung:
Kathrin Zauter                                                                  Dorothee Thielen  
Pressesprecherin                                                             Referentin Kindertagesstätten
Tel: 030 860 01-175                                                          Paritätischer Berlin
mobil: 0172 292 45 94                                                      Tel: 030 860 01-179

Datum, 21 | 01 | 2021