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Die Bürgerhilfe Kultur des Helfens gGmbH muss schließen!

Letzter Appell an die Berliner Landespolitik

Die Situation der einzigen Krisen- und Clearingeinrichtung für Frauen in ganz Berlin ist für die Bürgerhilfe Kultur des Helfens gGmbH nicht mehr tragbar. Da die Verluste durch mangelnde Belegung, Versagung bzw. extreme Befristung von Kostenübernahmen, aufwändigste Zuständigkeitsklärungen sowohl zwischen Bezirken als auch zwischen Sozialhilfe, Eingliederungshilfe bzw. Jugendhilfe und teure sowie langwierige sozialrechtliche Auseinandersetzungen haben das gesamte Unternehmen in eine bedrohliche betriebswirtschaftliche Schieflage gebracht. Zu einer aktiven, langwierigen Durchsetzung vorhandener rechtlicher Ansprüche sind die betroffenen Frauen in extremen psychischen, physischen und finanziellen psychosozialen Notlagen nicht in der Lage und es ist ihnen auch nicht zuzumuten.

  • Die Bürgerhilfe schließt nicht, weil es keinen Bedarf an diesem besonders wertvollen und in Berlin einzigartigen Angebot gibt.
  • Die Bürgerhilfe schließt nicht, weil es an Bekanntheit dieses Angebotes in allen Hilfenetzwerken Berlins und weit darüber hinaus mangelt.
  • Die Bürgerhilfe schließt, weil der Berliner Senat und die Berliner Bezirke trotz der bekannten Situation seit Jahren nicht handeln!

Im Jahr 2012 begannen die ersten Gespräche mit Land und Bezirken, seit spätestens 2015 hat die Bürgerhilfe Kultur des Helfens gemeinsam mit allen anderen Krisen- und Clearingeinrichtungen der Stadt und mit großer Unterstützung des vielfältigen Netzwerks dem Land Berlin - insbesondere der damaligen Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales - klargemacht, dass das Verfahren der Basiskorrektur im Planmengenverfahren vor allem im Bereich der Hilfen gem. § 67 ff. SGB XII mittel- und langfristig zu einem Schwund innerhalb der Angebotslandschaft führen wird und nach der bereits erfolgten Schließung der letzten Krankenwohnung als nächstes den Leistungstyp Krisen- und Clearingeinrichtung treffen wird.

Seit spätestens 2018 hat die Bürgerhilfe dem Land Berlin – insbesondere der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Soziales – mehrfach alternative Finanzierungsmodelle vorgelegt, deren Vorteile für alle Beteiligten hervorgehoben und aufgezeigt, dass der Bereich Soziales UND der Bereich Gesundheit, ggf. sogar unter Beteiligung des Bereiches Jugend, für die betroffenen Frauen eine GEMEINSAME Lösung finden sollten.

Leider hat das Land Berlin nicht reagiert.

Nun ist es soweit:
Die Bürgerhilfe Kultur des Helfens muss aufgeben und wird ihre Einrichtung spätestens zum 31. März 2022 schließen.

Im Interesse sowohl der betroffenen Frauen als auch der betroffenen Mitarbeiterinnen wird die Bürgerhilfe dieses Ende nicht still und leise hinnehmen, sondern das unverantwortliche Nicht-Handeln des Landes Berlin mit gravierenden Nachteilen für betroffene Frauen in Berlin öffentlich machen und medienwirksam begleiten.

Diesen Appell versendet die Bürgerhilfe zudem an die fachlich zuständigen Ausschüsse, Fraktionsprecher und Fraktionssprecherinnen sowie an die Fraktionsvorstände des Berliner Abgeordnetenhauses.

Bisher hatte wir nicht den Eindruck, dass das Land Berlin an einer Lösung interessiert ist. Sollte sich das geändert haben, handeln Sie jetzt!

Die Bürgerhilfe Kultur des Helfens erwartet eine Rückmeldung bis spätestens 30. November 2021.

Den Appell der Bürgerhilfe Kultur des Helfens gGmbH können Sie sich zudem hier downloaden.

(ik)

Datum, 04 | 11 | 2021