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Berlin besucht - Ehrenamtliche Besuchsdienste als wichtiger Beitrag für soziale Teilhabe

Kategorie: Bürgerengagement, Stellungnahmen, Ältere Menschen

Liga fordert gemeinsam die Stärkung und Weiterentwicklung der Ehrenamtlichen Besuchsdienste

Ehrenamtlicher Besuchsdienst bei Engel in Aktion, Foto: Weg der Mitte

In Berlin ist leben vielen Menschen allein, 53 % der Haushalte sind sogenannte Ein-Personen-Haushalte. Es gibt (zu) viele Menschen, die sich einsam fühlen oder unter sozialer Isolation leiden. Demographischer Wandel, unsere veränderten Lebensverhältnisse, die Verstädterung und veränderte Formen der Kommunikation tragen zu einem stetigen Anstieg bei. Es gibt unterschiedliche Gruppen, die besonders stark betroffen sind. Das Risiko sozial isoliert zu sein erreicht im hohen Erwachsenenalter die höchsten Werte, denn in der zweiten Lebenshälfte verringert sich die Größe der sozialen Netzwerke kontinuierlich.

Diese Verringerung der Netzwerkgröße führt häufig dazu, dass die betroffenen Menschen niemanden oder nur noch eine einzige Person haben, mit der sie regelmäßig Kontakt haben und die für sie wichtig ist. Weitere Gruppen sind u.a. vulnerable Gruppen. Auch unter Studierenden findet sich das Phänomen der Einsamkeit. Allen gemein ist, dass soziale Isolation und Einsamkeit negative Folgen für die Betroffenen haben können.

Um diese Themen anzugehen, bedarf es eines Ausbaus präventiver Maßnahmen. Freiwilliges Engagement ist dabei eine wesentliche Stütze für die Unterstützung einsamer und sozial isolierter Menschen in Berlin. Ein starkes Beispiel hierfür sind die Ehrenamtlichen Besuchsdienste.

  • Die Ehrenamtlichen Besuchsdienste...
  • fördern die soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben,
  • wirken Einsamkeit und Isolation entgegen,
  • fördern nachbarschaftliches Engagement und
  • stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Das Angebot der ehrenamtlichen Besuchsdienste verbessert das persönliche Wohlbefinden und die Lebensqualität der Besuchten aber auch der Besuchenden. Zudem fördert das Angebot die Erweiterung des sozialen Netzwerkes der Zielgruppen und stärkt den Aufbau persönlicher Beziehungen. Für die Freiwilligen wird durch die Projektteilnahme die Selbstwirksamkeit und soziale Teilhabe gestärkt bzw. gefördert.

Verstärkt werden Menschen in der nachberuflichen Phase für diese wohnortnahe ehrenamtliche Unterstützung angesprochen. Durch das Angebot wird grundsätzlich wohnortnahes Engagement gestärkt bzw. gefördert. Dabei können die Besuche u.a. den Wunsch unterstützen, auch im höheren Lebensalter in der eigenen Häuslichkeit zu verbleiben. Dafür ist es wichtig, dass sich Kontakte frühzeitig aufbauen, da sich Menschen im hohen Alter insbesondere auf den emotionalen Austausch mit einzelnen Personen konzentrieren. Wichtige Schutzfaktoren vor Einsamkeit sind u.a. vermehrte soziale Kontakte und ein breiteres Netzwerk. Beides trägt zu einer guten physischen und psychischen Gesundheit bei. Diese positiven Effekte werden sowohl bei Besuchten als auch bei Besuchenden wahrgenommen.

In einem gemeinsamen Papier fordert die Liga der Wohlfahrtsverbände den Ausbau und die Stärkung der Ehrenamtlichen Besuchsdienst. Wichtig hierfür sind:

  1. Förderung einer hauptamtlichen Koordination
  2. Förderung eines flächendeckenden Ausbaus der Ehrenamtlichen Besuchsdienste und Spezialisierung auf Bedarfe neuer Zielgruppen
  3. Förderung von Innovationen

Das gesamte Liga-Papier finden Sie hier.

(Pe)

Datum, 12 | 07 | 2021