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Ausstellung „ZwischenWelten“

Kooperation von Gangway e. V. und Berliner Haftanstalten innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern

Teil der Ausstellung, Foto: Irina MeyerZwischenWelten ist eine Wanderausstellung mit Exponaten straffällig gewordener junger Menschen, deren nunmehr sechste Station am 20. März in der Kunstkantine im FMP1 eröffnet wurde. Die Ausstellung tourt bereits seit 2016 mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten und wurde sowohl innerhalb als auch außerhalb der Haftanstalten gezeigt. Insgesamt haben sich in den vergangenen Jahren schon über 100 Jugendliche an dem Projekt ZwischenWelten beteiligt.     

In der aktuellen Ausstellung sind Fotos, Texte, Illustrationen, Audio- und Videoinstallationen zu sehen, in denen sich junge Menschen mit ihrem Leben „zwischen den Welten“ auseinandersetzen.

Elvira Berndt, Geschäftsführerin von Gangway e. V., lobte in ihrem Beitrag zur Ausstellungseröffnung die außerordentlich gute Zusammenarbeit mit der Jugendstrafanstalt Berlin. Sie betonte die Prinzipien der Straßensozialarbeit, zu denen neben der Lebensweltorientierung und der Freiwilligkeit vor allem auch der Vertrauensschutz zählt. Direkte Einblicke in die Lebenswelt straffälliger junger Menschen zu erhalten, sei daher nur selten möglich. Mit der Ausstellung erhält das Publikum die Chance, etwas darüber zu erfahren, wie die Jugendlichen ihre eigene Geschichte entdecken und wie sie selbstbestimmt die eigene Zukunft gestalten.          

Bill Borchert, der Leiter der Jugendstrafanstalt Berlin, wies auf die Bedeutung des Projektes für die inhaftierten Jugendlichen hin. So sei das Gefängnis zwar eine „Zwischenwelt“, gleichzeitig aber auch ein Ort, an dem nicht zuletzt durch Träger wie Gangway viel Gutes bewirkt werde. Außenstehenden sei oftmals überhaupt nicht klar, wie viel Potential in jungen Menschen steckt, auch wenn sie straffällig geworden sind. Bill Borchert bedankte sich nicht nur bei den Kooperationspartnern und Geldgebern der Ausstellung, sondern ganz ausdrücklich auch bei den beteiligten Jugendlichen, von denen einige im Publikum saßen.        

„Egal, ob man drinnen oder draußen ist: wenn man jung ist, ist man auf der Suche.“ Mit diesen Worten fasste Birgit Lang, Leiterin der Schule in der Jugendstrafanstalt und eine der maßgeblichen Initiatorinnen des Projektes ihre langjährigen Erfahrungen in der Arbeit mit jungen Menschen zusammen. Sie charakterisierte das Projekt als Brücke zwischen der Jugendstrafanstalt und der Freiheit, zwischen „drinnen und draußen“. Viele Projektteilnehmer haben im Rahmen der Projektworkshops das erste Mal erlebt, dass sie etwas zu erzählen haben. Besonders bewegend seien die Momente gewesen, wenn sich die jungen Menschen gegenseitig ihre Geschichte vorgelesen haben.

Mit der Ausstellung werden die Geschichten der Jugendlichen nun auch mit anderen geteilt. Sie zeugt von dem Mut und der Kraft der Beteiligten, die sich mit großer Offenheit mit ihrer eigenen Geschichte auseinander gesetzt haben. Gleichzeitig macht die Ausstellung deutlich, wie viel Kreativität in ihnen steckt und welche vielleicht ungeahnten Fähigkeiten die Jugendlichen haben, mit denen sie andere Menschen begeistern können.            

Die Ausstellung ist bis zum 7. April 2019 in der Kunstkantine im FMP1 zusehen,
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin (S-Ostbahnhof).
Weitere Informationen finden sich auf der Website von Gangway:
gangway.de/ausstellungseroeffnung-zwischenwelten-im-fmp1/

                                                                                                                                           
(aw)

Datum, 25 | 03 | 2019