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Aussetzen der mobilen Impfung in der Eingliederungshilfe

Protestschreiben des Vorsitzenden des Berliner Behindertenverbandes an die Senatorinnen Kalayci und Breitenbach

Die Impforte freier Träger, hier Pfefferberg, waren am 15. März bereit zum Impfen, Foto: Kathrin Zauter

Mit folgendem Schreiben wandte sich Dominik Peter, Vorsitzender des Berliner Behindertenverbandes, am 6. April an Dilek Kalayci, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sowie Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales:

Sehr geehrte Senatorin Kalayci,
sehr geehrte Senatorin Breitenbach,

geradezu bestürzt bin ich über die Tatsache, dass es zu einem Stillstand bei der Impfung von Menschen in der Eingliederungshilfe (EGH) mittels mobiler Impfteams gekommen ist und über den anschließenden Umgang nach der Impfabsage mit den entsprechenden Trägern und Verbänden. Freie Träger hatten über 160 Impforte organisiert, in denen rund 20.000 Menschen hätten geimpft werden sollen.

Eine Krise muss gemanagt werden. Doch wo zeigt der Krisenstab eine adäquate Problemlösung hierfür auf? Einfach nur auf die Zeit nach dem 19. April 2021 zu verweisen und in Aussicht zu stellen, dass dann die mobilen Impfteams wieder Menschen der EGH impfen würden, greift meiner Meinung nach viel zu kurz. Ich empfinde diese Vorgehensweise als hochgradig diskriminierend.

Wieso wird beispielsweise zusätzlicher Astra Zeneca-Impfstoff nicht an Hausarztpraxen abgegeben, der für jenen Personenkreis der EGH vorbehalten bleiben könnte? Auch Menschen mit einer geistigen Behinderung, mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, bipolarer Störung, Schizophrenie, schwerer Depression und Trisomie 21 haben einen Hausarzt. Dort könnte ein Astra Zeneca-Beratungsgespräch - auch mit dem entsprechenden Betreuer - stattfinden.

Meine Forderung an Sie ist: Nehmen Sie auch bei diesem besonderen Personenkreis Fahrt beim Impfen auf. Schaffen Sie bitte für diesen Personenkreis alternative und zeitnahe Impfmöglichkeiten.

Wenn selbst schon der Krisenstab Verständnis dafür hat, dass der gesamte Vorgang als Benachteiligung gesehen werden kann, dann ist es höchste Zeit zu handeln.

Mit freundlichen Grüßen

Dominik Peter
Berliner Behindertenverband "Für Selbstbestimmung und Würde" e.V. (BBV)

Hier finden Sie das Schreiben zum Download.

(rs)

Datum, 13 | 04 | 2021