Positionspapier "Verstetigung der Familienzentren an Grundschulen"
Im Rahmen des Berliner Gipfels gegen Jugendgewalt wurde 2023 das Modellprojekt „Familienzentren an Grundschulen“ initiiert. Ziel ist es, Familien mit Kindern im Grundschulalter frühzeitig, präventiv und niedrigschwellig zu unterstützen. Es soll langfristig mehr Bildungsgerechtigkeit erreicht und Schuldistanz verringert werden.
Das Projekt wurde an 16 Berliner Grundschulen in sozial besonders belasteten Quartieren, sogenannten GI-Gebieten, etabliert. Und die Rückmeldungen von Schulleitungen, Fachkräften der Familienzentren und Eltern sind eindeutig: Die niedrigschwelligen Zugangsangebote der Familienzentren wirken! Die Zentren erreichen insbesondere Familien, die durch klassische Angebote bisher kaum erreicht wurden.
Mit der Konsolidierungsliste 2024 wurde ein gravierender Einschnitt in das erfolgreich gestartete Projekt vorgenommen: Jedes Familienzentrum wurde zum 1. Januar 2025 um rund 25 % gekürzt. In den meisten Familienzentren musste eine von zwei Fachkräften entlassen werden, viele Angebote für Familien wurden drastisch reduziert. Träger berichten von wachsendem Frust, sinkender Planungssicherheit und dem Verlust mühsam aufgebauter Kontakte und Vertrauensverhältnisse.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin fordert deshalb den Berliner Senat und die politisch Verantwortlichen in einem Positionspapier auf,
- die vollständige Weiterfinanzierung des Modellprojekts über 2025 hinaus sicherzustellen und dauerhaft zu verstetigen sowie
- die Kürzung aus der Konsolidierungsliste zurückzunehmen sowie die ursprüngliche Finanzierung von 120.000 Euro pro Familienzentrum wiederherzustellen.
Die erfolgreiche Arbeit der Familienzentren an Grundschulen muss gesichert werden – im Interesse der Kinder, ihrer Familien und für ein soziales Berlin!