Regal im Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel Videoaufnahmen - Foto: Markus Pleyer

Ihre Ansprechpartner finden Sie ⇒ hier

Unser Flyer

Den neuen Flyer des Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin können Sie hier

⇓ herunterladen

Innovationsfonds für die Berliner Jugendhilfe gefordert

Fachveranstaltung anläßlich der Berlin-Premiere von "Systemsprenger"

Foto: Kathrin Zauter

Zur Berlin Premiere des Films „Systemsprenger“ am Mittwoch hatte die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin (LIGA Berlin) zu einer Podiumsdiskussion geladen. 450 Gäste, vorwiegend Vertreter und Vertreternnen von Trägern und Verbänden aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, kamen in der Berliner Kulturbrauerei zusammen. Von Seiten der LIGA Berlin wurde ein unabhängiger Innovationsfonds auf Landesebene gefordert.
In der Fachwelt werden verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche, die das soziale Hilfesystem unserer Gesellschaft nicht mehr auffangen kann, häufig als „Systemsprenger“ bezeichnet. Die Zahl dieser jungen Menschen, die Eltern genauso wie Schule, Jugendämter und Hilfseinrichtungen heraus- und überfordern, nimmt zu. Sie wandern von Institution zu Institution – oft ohne die passende Hilfe zu bekommen. In ihrem gleichnamigen Debütfilm erzählt die Regisseurin Nora Fingscheidt in eindrucksvollen Bildern von der neunjährigen „Systemsprengerin“ Benni. Der Film berührt, erschüttert und wirft Fragen auf. Zur diesjährigen Berlinale wurde er mit dem Silbernen Bären / Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet. Im August wurde zudem bekannt, dass „Systemsprenger“ für Deutschland ins Oscar-Rennen in der Kategorie „International Feature Film“ gehen wird.
Die Kinder- und Jugendhilfe in Berlin steht seit Jahren vor enormen Herausforderungen. Nicht nur die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder und Jugendlichen steigt, auch die Anforderungen an die Betreuung wachsen ständig. So gibt es inzwischen Kinder und Jugendliche, die mit den aktuell verfügbaren Betreuungsformen in bspw. Wohngemeinschaften oder familienähnlichen Einrichtungen nicht mehr angemessen betreut werden können.
„Die Angebote der Jugendhilfe müssen so flexibel und individuell gestaltet werden, dass sie allen Kindern und Jugendlichen helfen. Wir setzen uns für eine bessere Finanzierung, mehr innovative Angebote sowie mehr Personal in der Jugendhilfe ein. Jedes Kind und alle Jugendlichen brauchen unsere Unterstützung für eine gute Zukunft. Wir dürfen niemanden aufgeben“, äußert sich Dr. Gabriele Schlimper, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin.
Die LIGA Berlin fordert daher einen unabhängigen Innovationsfonds auf Landesebene. Dadurch kann die nötige Entwicklung neuer und individueller Betreuungsmöglichkeiten gefördert und eine bessere Vernetzung bestehender Angebote ermöglicht werden. Nur so ist den auch künftig wachsenden Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe wirkungsvoll zu begegnen. Kinder und Jugendliche können damit die Unterstützung erhalten, die ihnen wirklich hilft und die sie dringend brauchen.

Hier der Link zur Pressemitteilung

(ZA)

Datum, 12 | 09 | 2019