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Sexualisierte Gewalt gegen Männer im Kontext der Arbeit mit geflüchteten Menschen - Ein Tabuthema?

Einladung zur Fachtagung am 05. Oktober 2021

Sexualisierte Gewalt wurde in den letzten zwei Jahrzehnten in über 25 von kriegerischen Konflikten betroffenen Ländern dokumentiert. Seitdem sind weitere große Konfliktgebiete unserer Zeit hinzugekommen, darunter Libyen, Afghanistan, Syrien, die Demokratische Republik Kongo oder die Zentralafrikanische Republik. Erst im Juni 2013 erkannte der UN-Sicherheitsrat erstmals in der Resolution UNSCR2 2106 Männer und Jungen als Opfer sexualisierter Gewalt in Konflikten an.

Sexualisierte Gewalt kann jeden treffen, unabhängig von Alter, sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität. Männer, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, werden oft nicht als Opfer dieser Art von Gewalt identifiziert, auch wenn bestimmte Symptome erkennbar sind. Es ist, als trügen wir eine andere Brille, wenn wir mit Männern im Fluchtkontext arbeiten.

Sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten wird auch gegen Männer als Teil einer psychologischen Kriegsführung eingesetzt. Die Praxis ist alt - darüber zu sprechen in vielen Fällen immer noch ein Tabu. Häufig fällt es betroffenen Männern sehr schwer, sich gewahr zu werden, dass sie Opfer sexualisierter Gewalt geworden sind und dass sie unter den Folgen leiden. Die Konsequenzen solcher Übergriffe werden von Betroffenen oft über Jahre hinweg verharmlost und verdrängt. Eine Auseinandersetzung damit kann zusätzlich durch gesellschaftliche, kulturelle, traditionelle oder auch religiöse Rollenerwartungen an Jungen und Männer erschwert werden. In der konkreten Betreuungsarbeit von Männern in Unterkünften für geflüchtete Menschen wird sexualisierte Gewalt als Auslöser für bestimmte Symptome oft nicht erkannt bzw. in Betracht gezogen.

An dieser Stelle setzt die Fachtagung an und möchte auf sexualisierte Gewalt gegen Männer im Kontext Flucht näher eingehen. Dabei wird unter anderem den Fragen nachgegangen, welche Formen und Auswirkungen sexualisierte Gewalt gegen geflüchtete Männer hat, welche rechtlichen Rahmenbedingungen den Betroffenen zur Verfügung stehen oder welche spezifischen Reaktions- und Präventionsmechanismen erforderlich sind, um dieser Gewalt zu begegnen.

Wir laden daher interessierte Betreiber- und Trägerorganisationen, Unterkunftsleitungen, Vertretende von Kommunal- und Landesbehörden, Sozialarbeitende und Fachkräfte in Flüchtlingsunterkünften ganz herzlich zur Fachtagung „Sexualisierte Gewalt gegen Männer im Kontext der Arbeit mit geflüchteten Menschen - Ein Tabuthema?“ ein.

Veranstaltet wird dies durch das Projekt „Dezentrale Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften“ (DeBUG) in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern der Albatros gGmbH und gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in  Flüchtlingsunterkünften“.

Veranstaltungsort: Pfefferwerk, Christinenstraße 18/19 Haus 13, 10119 Berlin
Zeitraum: Dienstag, 05. Oktober 2021 von 09:00 – 16:00 Uhr
Kontakt: Tatevik Dallakyan- Multiplikatorin (t.dallakyan@albatrosggmbh.de)
Kosten: Keine

Aufgrund der pandemischen Lage besteht nur eine limitierte Platzanzahl für Teilnehmende vor Ort. Daher können wir leider nicht alle Anmeldungen für Präsenz berücksichtigen. Die ganze Fachtagung wird jedoch über Zoom-Events live übertragen. Gemäß den aktuellen, pandemiebedingten Vorgaben (3G-Regel) können vor Ort nur Personen teilnehmen, die entweder vollständig geimpft, genesen oder tagesaktuell getestet sind. Ein entsprechender Nachweis ist beim Einlass zur Veranstaltung vorzuweisen.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter folgendem Link an: www.gewaltschutz-gu.de 
Die Einladung darf gerne in Ihren Netzwerken weitergeleitet werden.

Hier können Sie sich die Einladung zur Fachtagung downloaden und erhalten detaillierte Informationen über den gesamten Programmablauf.

(ik)

Datum, 29 | 09 | 2021