Kinder- und Jugendhilfetag 2014 - Foto: Christiane Weidner Jugendliche bei der Pädalogik gGmbH - Foto: Martin Thoma

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Neue Kompetenzen für Fachkräfte von morgen

Die Stiftung Bildung unterstützt den Aufbau eines Netzwerkes von Kita- und Schulfördervereinen

Schüler lernen an einem Modell die inneren Organe des Menschen kennen. Foto: Stiftung BildungWie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus? Eine Prognose fällt schwer. Fest steht nur: Die Entwicklung in vielen Bereichen wird immer schneller. Wissen und Erfahrungen verlieren rasant an Aktualität, worauf unsere Bildungseinrichtungen oft nicht vorbereitet sind. Eine Lösung kommt von überraschender Seite: den Kindern und Jugendlichen selber - zusammen mit zahllosen Ehrenamtlichen an Kitas und Schulen.

Sich als Mitgestaltende erleben

Ein Kind, das 2018 in die Schule kommt, wird diese zwischen 2028-2031 verlassen. Individualisierung, Internationalisierung und Digitalisierung führen in der Arbeitswelt dann zu Herausforderungen, die neue Kompetenzen erfordern: Teamfähigkeit und Kommunikation, kreatives Problemlösen und kritisches Denken. Doch diese "21st century skills" lassen sich mit standardisierten Lehrplänen kaum fördern. "Um trotzdem jedem jungen Menschen die Chance zu geben, das eigene Potenzial auf Dauer und in Zukunft immer wieder neu zu entfalten, braucht es mehr", sagt Katja Hintze, Vorsitzende der Spendenorganisation Stiftung Bildung. "Zentral ist die Möglichkeit, sich als Mitgestalter*in zu erleben, Entscheidungen zu treffen, den Umgang mit Scheitern und Erfolg zu lernen, letztlich: Verantwortung für sich selber und die Gesellschaft zu übernehmen."  

Ergänzung des Unterrichts

Aber wie soll das gehen? Darauf hat die bundesweit aktive Stiftung Bildung eine Antwort: "Durch Ehrenamtliche sowie Kinder und Jugendliche selber", sagt Hintze. Sie können maßgeblich dazu beitragen, dass aus Kitas und Schulen Orte werden, in denen man mit viel Praxis lebensnah lernt, sich erprobt und selbst gestaltet. "Was sich nach Zukunftsphantasie anhört, ist vielerorts schon Realität", ergänzt die 47-Jährige. Der Schlüssel dazu sind aktive Kita- und Schulfördervereine. Über diese bringen engagierte Eltern, Schüler*innen, Unternehmen von nebenan oder interessierte Privatleute Zeit und Know-how mit. Sie organisieren Lernangebote, Geld und Projekte. Das Ergebnis ist eine Ergänzung und Bereicherung des Unterrichts, die nur durch das Engagement von vielen möglich wird.  

Förderungen und Spenden organisieren

Rund 40.000 Kita- und Schulfördervereine gibt es bundesweit. Die Stiftung Bildung macht daraus eine Bewegung. Rückgrat sind Landesverbände der Kita- und Schulfördervereine, die überall aufgebaut werden. Dazu versammelt die Stiftung Bildung immer mehr Aktive um sich, organisiert Förderungen und Spenden, leistet Überzeugungsarbeit in der Politik. "Die Möglichkeiten und Herausforderungen sind vielfältig", räumt Stiftungsvorsitzende Hintze ein. "Viele Kitas und Schulen sind jedoch dankbar für die Hilfe." Sie spricht dabei aus eigener Erfahrung: In Berlin hat sie vor rund 15 Jahren zusammen mit vielen Engagierten erst einen Schulförderverein aufgebaut und später die Stiftung Bildung ins Leben gerufen.

Von Schülerinnenfirma bis Bienenzucht

Und der Nachwuchs? Tatsächlich nutzen viele Kinder und Jugendliche die Möglichkeiten sehr aktiv. Denn das Motto ist: Praxislernen macht Spaß – zum Beispiel in eigens gegründeten Schüler*innenfirmen, Patenschaften zwischen jungen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung oder auch einer Bienenzucht auf dem Schulgelände und Projekten zu Zukunftsfragen wie dem Klimawandel. Die Stiftung Bildung gibt den Aktiven gezielt Starthilfe, etwa über ihren Förderfonds Entrepreneurship Education, der Kindern und Jugendlichen unternehmerisches Handeln näherbringt. Geplant ist zudem ein Fonds für Ideen, wie Kitas und Schulen die Chancen der Digitalisierung besser nutzen können. Finanziert wird die Arbeit der Stiftung durch Spenden, Zuwendungen und Projektfinanzierungen.

Individuelle Stärken entfalten

"Jedes Kind hat Interessen und Stärken, die über seinen Erfolg in der Arbeitswelt entscheiden", erklärt Hintze abschließend. "Erst wenn diese mit lebensnahen Angeboten sichtbar gemacht und gefördert werden, kann sich ein junger Mensch bestmöglich entfalten, selbstbewusst handeln und Verantwortung übernehmen." Nicht zuletzt entscheidend ist: In der Praxis lässt sich erleben, wofür man lernt - und die Erfolgserlebnisse motivieren für die Schule und den Übergang in den Beruf.

Datum, 10 | 08 | 2018