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Neue Gesamtkoordinatorin für den Berliner Krisendienst

Kategorie: Rundbrief, Aus den Mitgliedsorganisationen

Laura Fricke erläutert im Interview ihre Aufgaben, ihre Motivation und wie Corona sich auf ihren Arbeitsbereich auswirkt

Noch einmal zur Erinnerung, wie funktioniert der Berliner Krisendienst und was ist das Besondere daran?

Der Berliner Krisendienst, BKD, ist mit seinem kostenlosen und anonymen Rund-um-die-Uhr-Angebot etwas Besonderes. Seit über 20 Jahren wird dadurch eine ambulante Krisenversorgung für ganz Berlin sichergestellt. Das Angebot umfasst telefonische und persönliche Beratungen, in dringenden Fällen sind Hausbesuche möglich. Ein weiterer Schwerpunkt besteht in der qualifizierten Weitervermittlung. Neun Standorte des Berliner Krisendiensts, die über die ganze Stadt verteilt sind, stehen Menschen in Krisen kostenlos zwischen 16 und 24 Uhr an 365 Tagen des Jahres zur Verfügung. Zwischen Mitternacht und 16 Uhr bietet der Berliner Krisendienst ein überwiegend telefonisches Angebot. Die Beratenden sind ausgebildete erfahrene Fachkräfte, meist Psychologinnen oder Sozialarbeiter.

Das Besondere ist auch, dass insgesamt sechs Träger mit Arbeit im psychosozialen Schwerpunkt für den BKD eine fachliche Qualitätsgemeinschaft in vernetzten Trägerschaften bilden.

Was bedeutet es Gesamtkoordination im Berliner Krisendienst zu sein?

Die Gesamtkoordination ist so etwas wie die Schnittstelle zwischen den sechs Geschäftsführungen der Träger untereinander und zwischen den jeweiligen Leitungen der sechs BKD-Regionen. Als Gesamtkoordinatorin nehme ich im BKD eine neutrale Stellung zwischen den Trägern ein und bin direkt beim Paritätischen Berlin angestellt.

Was sind ganz konkret Ihre Aufgaben?

Zum Beispiel die Vorbereitung und Moderation der Sitzungen der Geschäftsführerenden des BKD wie auch die fachliche Knüpfung mit den Leitungen. Eine weitere Aufgabe ist die Kommunikation mit dem Zuwendungsgeber und die Zuarbeit bei Finanzierungsanträgen. Ich bin in mehrere Arbeitsgruppen eingebunden, wie in der Öffentlichkeitsarbeit und im Qualitätsmanagement. Auch die Unterstützung bei der Weiterentwicklung des BKD-Konzeptes gehört zu meinen Aufgaben, etwa, wenn es um die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes geht. Gleichzeitig bin ich für Netzwerkarbeit mit Kooperationspartnern wie der Polizei und Akteuren der psychosozialen Landschaft Berlins mit zuständig.

Warum haben Sie sich für diese Stelle entschieden?

Ich kenne den BKD aus dem Studium – ich bin Sozialarbeiterin – und fand schon immer, dass das ein tolles Angebot ist. Per Zufall habe ich mein Praktikum bei einem der Träger des BKD gemacht und hatte damit Gelegenheit „hinter die Kulissen“ zu schauen. Mir gefällt, dass sich in meiner jetzigen Stelle viele meiner Interessen wie Öffentlichkeitsarbeit abbilden.

Welche Auswirkungen hatte oder hat die Corona Pandemie auf die Arbeit des BKD?

Die Pandemie hat sich stark auf den BKD ausgewirkt. Einerseits hatten die BKD-Standorte mehr telefonische Kontakte, andererseits kamen natürlich während des Lockdowns weniger Krisenklientinnen und -klienten persönlich in einen der Standorte. Aber bald zeigte sich wieder, wie wichtig das persönliche Beratungsangebot ist. Viele Menschen sind auf neue und dramatische Arten in Krisen geraten. Seit einigen Monaten hat der BKD ein neues Angebot, eine Quarantäne-Hotline: Menschen, die von den Gesundheitsämtern in die häusliche Quarantäne geschickt wurden, erhalten eine Telefonnummer des BKD und können sich damit in Krisensituationen direkt an den BKD wenden.

Laura Fricke, Gesamtkoordination Berliner Krisendienst

(nd)

Datum, 22 | 01 | 2021