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Kurz vor dem Kollaps: Wer hilft Berlins Suchthilfe?

1.000 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter aus der Suchthilfe bei Demonstration am 17. September vor dem Roten Rathaus erwartet

Symbolbild Sucht, Foto: PixabayIn Berlin ist die Zahl der Drogentoten im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 191 Menschen gestiegen. Damit stellt Berlin einen traurigen Gegentrend zum Rest der Bundesrepublik dar. Der Großteil der Verstorbenen war schwer drogenerkrankt.    

Trotz dieser alarmierenden Zahlen steht die Berliner Drogen- und Suchthilfe vor immer eklatanteren Versorgungslücken und einem gravierenden Fachkräftemangel. Eine adäquate regionale Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger mit einer Suchtproblematik ist stark gefährdet.

Hohe Arbeitsbelastungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unzureichende Gehaltsanpassungen und Planungsmängel haben schwerwiegende Folgen. Nach wir vor entsprechen die Gehälter der sozialpädagogischen/sozialarbeiterischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht dem Lohnniveau des Öffentlichen Dienstes Berlin.

2018/2019 mussten die freien Träger Tarifanpassungen zum Teil durch den Abbau von Fachkräften realisieren. Folgen sind eine zunehmende Arbeitsverdichtung, aber auch Angebotskürzungen für Ratsuchende, mit zum Teil dramatischen Auswirkungen.
Ein steigender Sachkostenbedarf in Form von Personalkosten für Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Mietsteigerungen, von denen soziale Träger betroffen sind, werden in der Berliner Finanzierungspolitik nicht berücksichtigt.

Die Politik muss endlich gleichermaßen den realen Bedarfslagen suchterkrankter Menschen sowie der steigenden Arbeitsbelastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rechnung tragen. Wir brauchen eine planungssichere und dynamisch an Kostensteigerungen angepasste Finanzierung des Drogen- und Suchthilfesystems, um die Versorgung suchterkrankter Menschen aufrecht zu erhalten bzw. auszubauen.

Gesundheitsförderung braucht gesunde Arbeitsverhältnisse, gesamtplanerische Gestaltung und die politische Verantwortungsübernahme des Berliner Senats. Dazu findet am 17. September 2019 eine Demonstration mit offizieller Übergabe von Forderungen der Berliner Drogen- und Suchthilfe an Verantwortliche vor dem Roten Rathaus statt. 1.000 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Klientinnen und Klienten der Suchthilfe werden erwartet.

Demonstration
Wann? 17. September 2019, 10 Uhr
Wo? Rotes Rathaus

Kontakt:
Nina Pritszens, GF, 030/ 400370 100, nina.pritszens(at)vistaberlin.de
Michael Frommhold, GF, 0176 151 67808, mfrommhold(at)notdienstberlin.de
Katharina Sonn, GF, 030/ 2824 138, Mail: k.sonn(at)frausuchtzukunft.de

(aw)

Datum, 09 | 09 | 2019