Kinder- und Jugendhilfetag 2014 - Foto: Christiane Weidner Jugendliche bei der Pädalogik gGmbH - Foto: Martin Thoma

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Am 25. November ist Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen!

Wildwasser e.V. informiert zu Aktionen rund um diesen Tag und zum Thema Gewalt

Was ist der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen?

Schon seit 1981 organisieren Menschenrechtsorganisationen rund um den 25. November Veranstaltungen, die auf das Thema Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam machen. Damals erklärten lateinamerikanische und karibische Feminist*innen das Datum bei einem Treffen zum Gedenktag für von Gewalt betroffene Frauen. Sie erinnern damit auch an die Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal, die als Regimegegnerinnen 1960 in der dominikanischen Republik ermordet wurden. 1999 verabschiedeten die Vereinten Nationen eine Resolution, die den 25. November offiziell als Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ausrief.

Warum ist der Aktionstag auch 2018 noch so wichtig?

Seit 1981 ist viel passiert. So wurde zum Beispiel Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland (erst!) 1997 zu einem Straftatbestand. Obwohl sich in den letzten Jahren viel getan hat, zum Beispiel Gesetzesänderungen im Sozialstrafrecht, ist ein Aktionstag zum 25. November leider immer noch notwendig. So mangelt es auch heute an der Finanzierung von Frauen*häusern und anderen Unterstützungsangeboten für Betroffene von Gewalt. Mehrfachdiskriminierte Menschen werden nicht nur häufiger zum Ziel von Gewalt, ihre Bedürfnisse werden auch oft in Unterstützungsangeboten nicht genug berücksichtigt. Die Zahlen zeigen, dass es immer noch enorm wichtig ist, aktiv gegen Gewalt an Frauen, Mädchen und Trans* zu kämpfen:

  • 40 Prozent aller Frauen in Deutschland sind oder waren von Gewalt betroffen
  • 25 Prozent der Frauen in Deutschland haben Gewalt durch Partner*innen erfahren
  • 26 Prozent der in Deutschland lebenden Trans*personen wurden schon einmal wegen ihrer vermuteten Geschlechtsidentität angegriffen
  • Die Wahrscheinlichkeit, in der Kindheit und Jugend von sexualisierter Gewalt betroffen zu sein, ist für Mädchen* und Frauen* mit sogenannter Behinderung zwei- bis dreimal höher als beim weiblichen Bevölkerungsdurchschnitt

Auch wir bei Wildwasser e.V. Berlin erleben in unserer täglichen Arbeit, wie wichtig es weiterhin ist, (sexualisierte) Gewalt zu bekämpfen und Betroffene bestmöglich zu unterstützen. Allein im Jahr 2017 führten die Mitarbeiter*innen unserer Beratungsstelle 2087 Beratungen mit erwachsenen Frauen und Trans* durch, 730 Mädchen wandten sich an eine unserer Mädchenberatungsstellen und insgesamt 52 Mädchen waren im Verlauf des Jahres in unserer Krisenwohnung untergebracht.

Neben unserer Unterstützungsarbeit für Betroffene ist die Prävention ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Gewalt an Frauen, Mädchen und Trans*. Wildwasser e.V. Berlin führt hier nicht nur regelmäßig Workshops mit Schüler*innen und Fachberatungen für Pädagog*innen durch, sondern beteiligt sich auch aktiv an bundesweiten Initiativen wie der Kampagne „Trau dich!“.

Aktiv werden gegen sexistische Gewalt

Aktionen rund um den Tag selbst
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ startet im November eine neue Kampagne und ruft zur Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen“ auf. Hintergrundinfos, einen Aktionsleitfaden und Material zum Download finden Sie hier. Mach mit!

365 Tage im Jahr
Den Mund aufmachen! Körperliche und sexualisierte Gewalt kommen in Gesellschaften häufiger vor, in denen sexistische Beleidigungen und Entwürdigungen akzeptiert sind. Nicht weghören, wenn Kollegen anzügliche Witze machen – sondern widersprechen! Einen Leser*innenbrief schreiben, wenn die Zeitung sexualisierte Gewalt mit angeblichem Fehlverhalten der Betroffenen rechtfertigt. Infomaterial zu Unterstützungsangeboten für Betroffene an der Arbeitsstelle auslegen. Es gibt viele Arten, gegen Gewalt zu kämpfen.

Weitere Infos finden Sie unter: www.wildwasser-berlin.de/

(rs)

Datum, 26 | 11 | 2018