Außenansicht Landesgeschaeftsstelle des PARITAETISCHEN Berlin - Foto: Petra Engel Paritaetischer Berliner Bär für besondere Ehrungen - Foto: Frederic Brueckel Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel

Sozialraumorientierte Inklusionsprojekte

Die Geschäftsstelle Bezirke begleitet mit aktiver Unterstützung der jeweiligen Sozialstadträtinnen und Stadträte,  der Behindertenbeauftragten und der Psychiatrie- und Suchthilfekoordinatorinnen und -koordinatoren in den Bezirken Inklusionsprojekte. Nachbarschaftseinrichtungen, Träger der Behindertenhilfe und Betroffene werden zusammengebracht, um Menschen mit seelischen Erkrankungen, Lernschwierigkeiten oder anderen Beeinträchtigungen eine verbesserte Teilhabe in ihrem direkten Lebensraum zu ermöglichen.

Kiez-Atlanten

Das Projekt nimmt Bezug auf den Sozialraum der Beteiligten, auf ihren Kiez, ihre direkte Umgebung. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung suchen ihre Lieblings-Orte auf und beurteilen diese auf Grundlage zuvor gemeinsam festgelegter Fragen. Im Fokus stehen neben der Auswahl und Erkundung der Orte die Selbstbestimmung und Partizipation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der Erwerb persönlicher und fachlicher Kompetenzen. Stadtteilzentren und Nachbarschaftshäuser sind Ankerpunkte im Kiez. Hier werden die Treffen und Bildungsangebote für den Kiezatlas koordiniert und durchgeführt:

Folgende Kiez-Atlanten konnten bereits der Öffentlichkeit überreicht werden:

2017 Kreuzberg: "Nachbarschaft inklusive entdecken"

Cover Kiezatlas KreuzbergNachdem der Kiez-Atlas Friedrichshain im Jahr 2015 veröffentlicht wurde, hat nun auch die Bezirksregion Kreuzberg ihren eigenen Kiez-Atlas mit interessanten und inklusiven Orten. Seit Januar 2016 erarbeitete eine Gruppe aus verschiedensten Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit und ohne Beeinträchtigungen den inklusiven Kiez-Atlas Kreuzberg.
Das Projekt Kiez-Atlas hat sich dank vieler neuer Ideen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern weiterentwickelt. Erstmals werden beispielsweise empfohlene Kiezrundgänge vorgeschlagen. Durch eine barrierefreie PDF werden zudem Menschen mit einer  Sehbeeinträchtigten besser eingebunden. Der Kiez-Atlas Kreuzberg wurde in Kooperation mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin und dem Nachbarschaftshaus Urbanstraße umgesetzt.

2016 Marzahn: "Zeig mir Deine Welt! 25 schöne Orte in Marzahn. Ein Ratgeber für Berliner und Besucher"

Cover Kiezatlas Marzahn

Für das Gemeinschaftsprojekt erkundeten zahlreiche Teams ausgewählte Orte in Marzahn. An den Spaziergängen nahmen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen aus verschiedenen Einrichtungen teil. Ihre Fotos und Erfahrungen wurden anschließend im Kiez-Atlas zusammengetragen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin unterstützte das Projekt. Der Kiez-Atlas wurde bei der Eröffnung der 11. Sozialtage im Eastgate Berlin im Februar 2016 präsentiert. Neben Geschäftsführerin des Mittendrin leben e.V., Ursula Gobes, waren auch die Bezirksstadträtin Dagmar Pohle und die Leiterin der Geschäftsstelle Bezirke des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, Anne Jeglinski, vor Ort.

2015 Lankwitz und Lichterfelde Ost: "Unsere Lieblings-Orte in Lankwitz und Lichterfelde Ost. Ein Kiez-Atlas für fast Alle"

Cover Kiezatlas Lankwitz/Lichterfelde OstIm August 2015 begann das Projekt für und mit Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Entstanden ist der Wegweiser aus einer Projektgruppe heraus, die im August 2015 ihre Arbeit aufgenommen hat und vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin e.V. unterstützt und vom Träger Mittelhof e.V. koordiniert wurde. Bezirksbürgermeister Nobert Kopp übernahm dabei die Schirmherrschaft. An dem Projekt beteiligt sich auch freie Träger mit Angeboten für Menschen mit Beeinträchtigung, wie aktion weitblick gGmbH, Pastor-Braune-Haus EJF gAG und Camphill Alt-Schönow. Bürgerinnen und Bürger mit Beeinträchtigung und ohne Beeinträchtigung aus den Bezirksregionen Lankwitz und Lichterfelde Ost haben dafür Orte, die für sie wichtig sind, auf ihre Barrierefreiheit getestet. Im Fokus stand dabei, was man an diesem Orten machen kann, was das besondere an dem jeweiligen Ort ist und was vielleicht verbessert bzw. verändert werden könnte. Die Vielfalt der 19 Lieblings-Orte reicht dabei vom Bahnhof Lichterfelde Ost über den Fußballplatz Lankwitz bis zum Thalia-Kino.

2014 Friedrichshain: "mein Friedrichshain. Ein Kiez-Atlas für fast alle"

Cover Kiezatlas FriedrichshainErstmals kam eine Mitgliedsorganisation aus dem Arbeitsbereich für Menschen mit Behinderungen – „bastille – Gemeinsam sind wir stark e.V.“ – auf den Paritätischen mit dem Anliegen zu, ein Projekt analog zum Pankower Kiez-Atlas in der Region Friedrichshain durchzuführen. Seit Herbst 2014 wurden in der Region Friedrichshain Kooperationspartner angesprochen und für die Erarbeitung eines Kiez-Atlas gewonnen. „bastille – Gemeinsam sind wir stark e.V.“ unterstützt den Beteiligungsprozess seiner Nutzerinnen und Nutzer, so dass auch bei der Erarbeitung des Kiez-Atlas die Selbstbefähigung der Menschen mit Behinderungen einen großen Stellenwert einnimmt. Bildungseinheiten zum Thema Inklusion und ein Fotokurs im Frühjahr 2015 wurden im Vorfeld der Arbeit am Kiez-Atlas angeboten und durchgeführt.

2014 Hellersdorf: "Zeig mir Deine Welt! 25 schöne Orte in Hellersdorf. Ein Ratgeber für Berliner und Besucher"

Das im Sommer 2014 gestartete Projekt fand im Frühjahr 2015 seinen Abschluss. Unterstützt durch den Paritätischen hat das Stadtteilzentrum Hellersdorf-Ost – Mittendrin leben e.V. gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der Region ausgewählte Lieblingsorte nach Erreichbarkeit und Barrierefreiheit erkundet. Insgesamt waren an dem Projekt 22 Teams mit 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligt, die über 30 selbst ausgewählte Orte besuchten. Die Ergebnisse finden sich in der Broschüre „Kiezatlas Hellersdorf – Zeig mir deine Welt – 25 schöne Orte in Hellersdorf“ und wurden zur Eröffnung des Gartens der Sinne, einem Projekt des Mittendrin leben e.V. mit den Beteiligten präsentiert.

2013 Weißensee: "Mittendrin in Weißensee – Ein Kiez-Atlas für fast alle"

Im Zeitraum von Januar 2013 bis Dezember 2013 haben Bürger und Bürgerinnen mit und ohne Beeinträchtigung aus der Bezirksregion Weißensee Orte, die für sie wichtig sind, ausgesucht und bewertet. Wie in dem Projekt „Pankower Lieblings-Orte“ lag dem Vorgehen bei der Erarbeitung des Kiez-Atlas ein partizipativer Ansatz zu Grunde. So ist ein Wegweiser bzw. ein Nachschlagewerk für Weißensee entstanden. Die Vielfalt der aufgeführten Weißenseer Lieblings-Orte reicht von der Buchhandlung über Cafés bis zum Jüdischen Friedhof.
Entstanden ist das Projekt aus der Arbeit einer Projektgruppe heraus, die vom Bezirksamt Pankow, dem Paritätischen Berlin, Geteq-nueva koordiniert wurde. Beteiligte Träger der Behindertenhilfe: Albert-Schweitzer Stiftung, die Reha e.V., EJF, Lebenshilfe Berlin, Neukirchner Erziehungsverein e.V., Sehstern e.V., Stephanus Stiftung unterstützt von Frei-Zeit-Haus e.V. und mobidat.

2012 Treptow-Köpenick: "Ich kenne was und zeig dir das"

Hier wurde ebenfalls aus den Erfahrungen aus Pankow gelernt, das weitere Vorgehen unterschied sich jedoch. Von Mai 2012 bis Dezember 2013 arbeiteten Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung  am Kiez-Atlas Treptow-Köpenick. In einem ersten Schritt entwickelte und verteilte die GETEQ nueva einen Fragebogen, der an Einrichtungen der Behindertenhilfe wurde. Befragt wurden Bürger und Bürgerinnen mit Beeinträchtigung dazu, welche Orte sie gerne in Treptow-Köpenick aufsuchen, was sie in ihrer Freizeit unternehmen und bei welchen Vereinen sie mitmachen. Im zweiten Schritt besuchten die Arbeitsgruppen die Orte und Einrichtungen mit der häufigsten Nennung und dokumentierten die Angebote und Gegebenheiten. Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Beteiligten, koordinierte die Fertigstellung der Publikation. Herausgekommen ist ein Wegweiser mit den Kategorien Kultur, Sport, Cafés und Treffpunkte, Natur und Einkaufsmöglichkeiten.

2011 Tempelhof: "Projekt Tempelhof inklusiv"

Wie beim Beispiel Pankow wurde zunächst das Bezirksamt angesprochen und Verbindung zum Sozialraums sowie zum Stadtteilzentrum aufgenommen. Das Stadtteilzentrum NUSZ in der ufaFabrik e.V. bietet unterschiedliche Kurse für Bürgerinnen und Bürger anzubieten. Im Frühjahr 2011 hat das Stadtteilzentrum drei Kursangebote (Aikido, Kundalini Yoga, Free Dance) für Menschen mit Lernschwierigkeiten geöffnet. Der Kursverlauf wurde von April bis September 2011 durch eine Begleitforschung von Prof. Dr. Monika Seifert (Katholische Hochschule für Sozialwesen) dokumentiert und ausgewertet. Ziel war zu analysieren, unter welchen Bedingungen inklusive Kurse gelingen können, und Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Angeboten für Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten zu formulieren. Hierfür wurden in Interviews und mit Fragebögen Empfehlungen zur Weiterentwicklung der inklusiven Angebote gesammelt. Die Ergebnisse wurden im Anschluss an diese Projektphase unter dem Titel „Tempelhof inklusiv“ veröffentlicht.

2011 Pankow: "Pankower Lieblings-Orte. Ein Kiez-Atlas für fast alle"

Gemeinsam mit dem Bezirksamt wurde die Bezirksregion Alt-Pankow festgelegt, Projektort war das Stadtteilzentrum Pankow. Aus den umliegenden Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Lernschwierigkeiten meldeten sich sehr schnell viele Betroffene, die sich aktiv am Projekt beteiligen wollten. Gemeinsam wurde entscheiden, dass ein Kiez-Atlas gestaltet werden sollte. So entstand von September 2010 bis Juni 2011 der Kiez-Atlas „Pankower Lieblings-Orte. Ein Kiez-Atlas für alle“. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung aus dem Stadtbezirk Berlin-Pankow haben ihre Lieblings-Orte in dieser Bezirksregion benannt, besucht und nach festgelegten Kriterien – wie Barrierefreiheit – begutachtet. Der Erarbeitung der Broschüre lag ein partizipativer Ansatz zu Grunde: Die Projektgruppe bestimmte sowohl die Orte, die besichtigt werden sollten, als auch die Kriterien für die Begehungsprotokolle. Parallel dazu koordinierte die Steuerungsgruppe, was in den Kiez-Atlas aufgenommen werden soll. Es entstand ein Wegweiser mit Kategorien aus den Bereichen Begegnung und Information, Kultur, Gesundheit, Freizeit sowie Erholung, Essen und Trinken, Einkaufen, Bildung – in leicht verständlicher Sprache beschrieben und in grafisch übersichtlicher Form dargestellt.

Filme

MITMACHER – Dem Alltag begegnen

Filmausschnitt "MITMACHER – Dem Alltag begegnen"

Viele Jahre erfreuen die Laiendarsteller der Theatergruppe "Mitspieler" des Vereins Mittendrin leben e.V. schon das Zuschauerherz. Dank einer Förderung durch Aktion Mensch im Rahmen des Aktionstages 5. Mai ist ein Kurzfilm entstanden, der die Mitglieder der Theatergruppe ins „rechte Licht rückt“ und die Bedeutung des „Schauspiels“ für das eigene Leben aufzeigt. Sehen Sie hier den Film an

Kontakt

Christian Peth

Telefon: 030 860 01 616
E-Mail: peth(at)paritaet-berlin.de