Übergänge gestalten – Jugendberufshilfe und das 11. Pflichtschuljahr
LIGA-Fachveranstaltung
Über 70 Teilnehmer:innen aus freien Trägern, Jugendberufsagenturen, Ankerschulen und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie haben sich ausgetauscht und voneinander gelernt.
Am 24.02.2026 fand die von der Liga der freien Wohlfahrtsverbände Berlin organisierte Fachveranstaltung „Übergänge gestalten – Jugendberufshilfe und das 11. Pflichtschuljahr“ statt. Ziel war es, Akteure aus den Bereichen Jugendberufshilfe (JBH) und Schule über das 11. Pflichtschuljahr und seine möglichen Alternativen ins Gespräch zu bringen und zu vernetzen, Erfahrungen zu bündeln, Hürden offen zu benennen und konkrete Ansätze mitzunehmen. Denn: Kein junger Mensch darf am Übergang Schule-Beruf verlorengehen! Und nicht für alle jungen Menschen ist ein weiteres Schuljahr bei fehlender Anschlussperspektive die passende Maßnahme zur Erfüllung der Schulpflicht. Darum wurde den Fragen nachgespürt, die besonders im Rahmen des Übergangsmanagements nach Einführung des 11. Pflichtschuljahres in Berlin besonders wichtig sind:
- Welche Aufgaben hat Schule? Welche Aufgaben hat Jugendberufshilfe?
- An welchen Stellen können Schule & Jugendberufshilfe zusammenarbeiten, um Übergänge gut zu gestalten?
- Welche Angebote der Jugendberufshilfe gibt es und für welche jungen Menschen könnten diese geeignet sein?
Die verschiedenen Akteure kamen in der „Zukunftsschmiede“ der SozDia Stiftung Berlin zusammen; hier findet sonst Berufsorientierung statt. Das Catering kam aus dem nahegelegenen Ausbildungsrestaurant „Am Kuhgraben“, wo junge Menschen Praktika und Ausbildungen im Gastro-Bereich machen. Junge Menschen, die beim Träger „Neues Wohnen im Kiez GmbH“ in der Jugendberufshilfe sind, haben für die Veranstaltung darüber hinaus lebensgroße Figuren gemalt, anhand derer die Teilnehmenden der Veranstaltung Fallbeispiele entwickeln und ins Gespräch kommen konnten. So bekamen die Teilnehmenden einen lebendigen Einblick in die Möglichkeiten der Jugendberufshilfe, die auch eine Alternative zum 11. Pflichtschuljahr sein kann. In der Jugendberufshilfe können junge Menschen abseits des schulischen Settings und dennoch mit professioneller Unterstützung erfolgreich ihren Weg gehen.
Nach zwei Inputs zu den Themenfeldern Jugendberufshilfe und Pflichtschuljahr ging es in die Gruppenphasen. Hier kamen die Akteure aus freien Trägern, Jugendberufsagenturen, Ankerschulen und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zusammen, um sich anhand von Fallbeispielen junger Menschen auszutauschen. Schnell wurde dabei klar: Es gab ein hohes Interesse aller Seiten und viel Redebedarf. Gut 70 Vertreter*innen der unterschiedlichen Akteursgruppen nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, zu vernetzen und mehr über die Arbeit der jeweils anderen Seite zu erfahren. Fazit: Es braucht mehr Wissen voneinander und mehr Vernetzung, um Übergänge im Sinne der jungen Menschen gemeinsam gut zu gestalten.
Kontakt
Verena Teuber
E-Mail: teuber[at]paritaet-berlin.de