Soziale Ökonomie in Berlin: Gemeinsam wirksam für eine soziale und innovative Stadt
Am 26. Juni 2026 brachte der Paritätische Berlin im Roten Rathaus Akteur*innen aus Sozialwesen, Sozialunternehmen, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Soziale Ökonomie den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Berlin stärkt – und welche Rahmenbedingungen sie dafür braucht.
Gute Ideen verändern erst dann etwas, wenn Menschen zusammenfinden: diejenigen, die Bedarfe aus der Praxis kennen, diejenigen, die politische und administrative Entscheidungen treffen, und diejenigen, die neue Lösungen entwickeln. Genau hier setzte die Fachveranstaltung „Soziale Ökonomie in Berlin – Gemeinsam wirksam für eine soziale und innovative Stadt“ an.
Nach der Begrüßung durch Anika Haußner und Anne Jeglinski machte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner in seinem Grußwort deutlich, welche Bedeutung Soziale Ökonomie für Berlin hat:
„Ein Berlin ohne Soziale Ökonomie möchte ich mir nicht vorstellen. Soziale Unternehmen und Organisationen schaffen gesellschaftlichen Zusammenhalt, den wir aktuell besonders brauchen.“
Wegner betonte zugleich, dass wirtschaftliche Vernunft und soziale Verantwortung zusammengehören. Damit soziale Unternehmen und gemeinwohlorientierte Organisationen ihre Arbeit weiterentwickeln können, brauche es politische und administrative Unterstützung – insbesondere durch Entbürokratisierung.
Heike Birkhölzer und Jonas Nipkow von Social Economy Berlin ordneten anschließend ein, wie Soziale Ökonomie wirtschaftliches Handeln mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Deutlich wurde: Soziale Ökonomie ist ein Querschnittsthema. Sie wirkt in viele Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens hinein und ist damit eine wichtige Partnerin der öffentlichen Hand.
Dr. Philipp Kenel stellte zentrale Ergebnisse der Potenzialanalyse zu Sozialen Unternehmen in Berlin vor. Sein Impuls machte deutlich, dass es einen genaueren Blick auf die Vielfalt der Akteur*innen braucht. Rund 3.000 Soziale Unternehmen sind in Berlin aktiv – vielfältig, resilient und relevant für die Stadt.
Wie soziale Wirkung und wirtschaftliche Tragfähigkeit praktisch zusammengehen können, zeigte Martina Rook am Beispiel des Inklusionshotels Rossi. Ihre Botschaft: Inklusion gelingt nicht durch Improvisation, sondern durch Professionalität, gute Führung und den Einsatz von Mitarbeitenden entsprechend ihrer Stärken.
In der anschließenden Gesprächsrunde diskutierten Dr. Anna Hochreuter, Stefan Spieker, Heike Birkhölzer, Martina Rook und Anne Jeglinski, moderiert von Anika Haußner, wie Wirtschaft, Sozialwesen und Verwaltung gemeinsam zu gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen können. Einigkeit bestand darin, dass Entbürokratisierung schneller vorankommen muss und der Austausch zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft weiter gestärkt werden sollte.
Ein zentraler Punkt der Debatte: Freie soziale Träger müssen in der Diskussion um Soziale Ökonomie von Anfang an mitgedacht werden. Anne Jeglinski betonte:
„Zivilgesellschaft ist kein Kostenfaktor und soziale Leistungen sind Investitionen in die Zukunft Berlins. Für die Zukunft der Stadt brauchen wir eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft: In der Sozialen Ökonomie finden wir zusammen.“
Die Veranstaltung zeigte: Soziale Infrastruktur und Innovation gehören zusammen. Paritätische Mitgliedsorganisationen leisten dazu einen wichtigen Beitrag – als Träger sozialer Infrastruktur, als Arbeitgeber*innen, als Entwickler*innen konkreter Lösungen für gesellschaftliche Bedarfe und als Teil der Sozialen Ökonomie in Berlin.
Der Paritätische Berlin setzt sich dafür ein, diese Rolle sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit zwischen Sozialwesen, Wirtschaft, Verwaltung und Politik weiter zu stärken – für eine Stadt, in der soziale Verantwortung und wirtschaftliches Handeln gemeinsam Wirkung entfalten.
Ansprechpartner
Anne Jeglinski
E-Mail: jeglinski[at]paritaet-berlin.de
Anika Haußner
E-Mail: haussner[at]paritaet-berlin.de