Neurodiversität in der Bildung: Inklusion ist nicht verhandelbar!
Am 26. August hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin Vertreter*innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik zusammengebracht, um sich zu Inklusion in der Bildung und damit verbundenen fachlichen wie politischen Herausforderungen auszutauschen.
Dabei wurde deutlich: Neurodivergente junge Menschen erleben ein Bildungssystem, das Vielfalt häufig benennt, aber zu selten konsequent mitdenkt und möglich macht. Viele Herausforderungen liegen nicht bei den einzelnen Kindern, Jugendlichen oder Familien – sondern in einem System, das Diversität noch immer nicht ausreichend anerkennt und ihr nicht selbstverständlich wertschätzend begegnet. Wenn Teilhabe an Strukturen, Zuständigkeiten oder fehlenden Ressourcen scheitert, sind das keine individuellen Probleme. Dann geht es um systemische und strukturelle Fragen – und damit um politische Verantwortung.
Genau deshalb braucht es konkrete Forderungen und klare politische Antworten: für Kita, Schule, schulbezogene Jugendhilfe und Teilhabe – und für ein Bildungssystem, das Neurodiversität nicht als Abweichung, sondern als Teil menschlicher Vielfalt versteht. Diese Fragen müssen jetzt auf die politische Agenda und die Forderungen müssen im Vorfeld der Berlin-Wahl klar platziert werden.
Rund 100 Teilnehmende haben das fachpolitische Gespräch „Wahl der Vielfalt: Neurodiversität in der Bildung Ein paritätischer Impuls für die Berliner Fachpolitik“ im Hotel Rossi besucht. Die Referent*innen für Menschen mit Behinderung, schulbezogene Jugendhilfe sowie Kindertagesbetreuung haben die Veranstaltung gemeinsam organisiert.
Wissenschaftliche Perspektiven brachten Prof. Dr. Katrin Böhme, Professorin für Inklusionspädagogik an der Universität Potsdam, und Prof. Dr. Gabriele Schlimper, Präsidentin der Hochschule für soziale Arbeit und Pädagogik (HSAP). Für wertvolle Praxisimpulse sorgten Christin Baumann (Autismus Leben Berlin ALB gGmbH) und Ines Gillmeister (eventus BILDUNG gGmbH). Aus der Politik legten Maja Lasic (SPD), Marianne Burkert-Eulitz (Grüne), Regina Kittler (Die Linke) und Axel Bering (FDP) ihre Positionen dar.