Helga Borghorst Frauenpreis 2026 erstmalig verliehen – StoP Kreuzberg erhält Auszeichnung für erfolgreiche Gewaltprävention
Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März verleiht der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin zum ersten Mal den Helga Borghorst Frauenpreis. Ausgezeichnet wird das Projekt „StoP Kreuzberg – Stadtteile ohne Partnergewalt“, das Nachbarschaften stärkt, aktiv gegen Gewalt in Partnerschaften einzutreten.
Ute Hiller, Vorstandsmitglied des Paritätischen Berlin, stellvertretende Geschäftsführung Deutsche Aidshilfe e.V. und Jurymitglied des Helga Borghorst Frauenpreises: „Das Projekt StoP Kreuzberg vom Nachbarschaftshaus Urbanstraße hat die Jury mit seinem innovativen Ansatz und seiner hohen Wirkungskraft überzeugt. Die Aktivistinnen von StoP Kreuzberg mobilisieren die Kraft der Nachbarschaft: Sensibilität, Zusammenhalt und aktive Unterstützung für die Nachbarin. Das Ziel ist eine Nachbarschaft, in der Partnerschaftsgewalt wahrgenommen, offen angesprochen und gestoppt wird. Prävention beginnt im Kiez: Eine sensibilisierte und handlungsfähige Gemeinschaft ist der beste Schutz gegen häusliche Gewalt und der Weg zu einer gewaltfreien Gesellschaft.“
StoP Kreuzberg gehört zum Nachbarschaftshaus Urbanstraße und wird von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen zu gleichen Teilen finanziert. Die Finanzierung läuft über das Infrastrukturförderprogramm Stadtteilzentren. Das Projekt nutzt vielfältige Formate, die Menschen aus der Nachbarschaft einbeziehen. So gibt es z.B. ein Theaterprojekt, StoP Kreuzberg beteiligt sich an Stadtteilfesten oder lädt zum Gespräch auf der Bank im Nachbarschaftsgarten Kreuzberg ein. So werden Menschen ermutigt, hinzuschauen, zuzuhören und einzugreifen, anstatt wegzusehen. Ziel ist, eine Kultur des gegenseitigen Schutzes und der Verantwortung zu fördern.
„Wir wollen, dass Gewalt in Beziehungen nicht mehr als Privatsache betrachtet wird,“ sagt Felicitas Ahmadi Zenouz von StoP Kreuzberg. „Unser Ziel ist eine Kultur des Hinsehens – solidarisch, mutig und mittendrin im Kiez.“ Nach Ansicht des Paritätischen Berlin sollte dieser innovative und wirkungsvolle Ansatz in jedem Bezirk zum Einsatz kommen. Aktuell existieren zwei StoP Projekte in Spandau und jeweils eins in Neukölln und Kreuzberg. Eine engagierte Zivilgesellschaft, die hinschaut und handelt, ist ein wirkungsvoller Gewaltschutz!
Der Preis ist mit 7000 Euro dotiert und wird von Dr. Hermann Borghorst und seiner Familie gestiftet. Die Familie möchte damit das frauenpolitische Wirken von Helga Borghorst (ehem. Korthaase) würdigen und an ihr großes Engagement für die Gleichstellung von Frauen erinnern. Ihr Engagement soll in heutigen Projekten weiterleben. Helga Borghorst war die erste Staatssekretärin für Frauenfragen im Land Berlin (1991 bis 1999). In der Funktion war sie gleichzeitig Landesfrauenbeauftragte des Senats von Berlin und arbeitete ressortübergreifend mit allen Verwaltungen zusammen.
Die Gestaltung des Preises wurde in einem Wettbewerb des Lette-Vereins entworfen, wo Helga Borghorst als junge Frau ihre Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin (MTA) machte. Das Design wurde anlässlich der Preisverleihung zum ersten Mal vorgestellt.
Impressionen von der Verleihung des Helga Borghorst Frauenpreises
Kontakt
Kathrin Zauter
E-Mail: zauter[at]paritaet-berlin.de
Astrid Lück
E-Mail: lueck[at]paritaet-berlin.de