Hand in Hand für gesellschaftlichen Zusammenhalt: Start der Berliner Freiwilligentage 2025
„Ohne ehrenamtliches Engagement wäre Berlin nicht das Berlin, das wir lieben und schätzen. Dass Sie sich dieser Verantwortung stellen und sich für die Menschen in dieser Stadt engagieren, dafür möchte ich Ihnen von Herzen danken.“ Mit diesen Worten eröffnete Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, am Freitagabend die „Gemeinsame Sache – Berliner Freiwilligentage“ im Roten Rathaus. Über 200 Gäste aus Zivilgesellschaft, sozialen Organisationen, Politik und Verwaltung waren der Einladung in den Festsaal des Roten Rathauses gefolgt.
„Berlin ist die Stadt der Vielfalt und der Toleranz. Hass, Hetze und Ausgrenzung haben auf unseren Straßen keinen Platz“, betonte Wegner. Deshalb seien die Träger, Vereine und die vielen Ehrenamtlichen unverzichtbar. Zudem hob er hervor, dass Reformen im Zuwendungsrecht notwendig seien, um freien Trägern mehr Planungssicherheit zu geben. Auch zur tariflichen Bezahlung der Mitarbeitenden äußerte er sich klar: „Mein Ziel ist, dass wir in Bezug auf die Mittel für die tarifliche Vorsorge schnellstmöglich Klarheit schaffen.“
Martin Hoyer, Geschäftsführer des Paritätischen Berlin, schilderte die Herausforderungen, vor denen soziale Organisationen aktuell stehen: „Wir befinden uns in einer schwierigen Haushaltssituation – durch Kostensteigerungen, die nicht durch Zuwendungen aufgefangen werden, durch Bürokratie und verspätete Bescheide.“ Auch die Amateurmusikerinnen und -musiker des Landesmusikrats, die den Abend musikalisch begleiteten, seien von Kürzungen bedroht. Hoyer machte deutlich: „Der Einsatz freiwillig Engagierter ist abhängig von funktionierenden Strukturen. Ein ‚Hand in Hand‘ erfordert zwei Hände, die zusammenarbeiten.“
Wie unersetzlich ehrenamtliches Engagement für viele soziale Angebote ist, verdeutlichten anschließend die Berichte mehrerer Engagierter in zwei Gesprächsrunden. Anne Grobler, Ehrenamtskoordinatorin im Tagestreff für Wohnungslose und Bedürftige des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg KdöR, berichtete von den Begegnungen zwischen obdachlosen Menschen und Ehrenamtlichen beim Frühstücksangebot der Einrichtung: „Wenn Freiwillige den obdachlosen Menschen auf Augenhöhe begegnen, dann ist das auch ein Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Viele Angebote seien nur deshalb möglich, weil hauptamtliche Fachkräfte und Ehrenamtliche vertrauensvoll zusammenarbeiten. Dafür brauche es jedoch dringend mehr finanzielle Mittel, um etwa die Ehrenamtskoordination mit zusätzlichen Stunden auszustatten.
Auch Oliver Friederici, Staatssekretär für Gesellschaftlichen Zusammenhalt, würdigte den Tagestreff als „ein positives Beispiel für die Wirkung des Engagements“. Er betonte, dass die Förderung des Ehrenamts als Querschnittsaufgabe über alle Ressorts hinweg verstanden werden müsse.
Christian Tretbar, Chefredakteur des Tagesspiegel, zeigte sich sichtlich beeindruckt von den Schilderungen von Maria Faust und Josefine Przybyl, die sich regelmäßig im „Boseclub“, einer Jugendfreizeiteinrichtung in Tempelhof, engagieren: „Das Engagement von Menschen aller Altersgruppen ist unbeschreiblich wertvoll.“ Der Tagesspiegel engagiere sich deshalb seit vielen Jahren als Partner der Berliner Freiwilligentage und berichte regelmäßig über positive Beispiele aus der Stadt. „Es ist unsere Verantwortung, auch das Gute in dieser Stadt zu zeigen.“
Der Tagesspiegel und der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin laden jedes Jahr gemeinsam zu den Aktionstagen „Gemeinsame Sache – Berliner Freiwilligentage“ ein. Bei hunderten Mitmachaktionen in ganz Berlin machen Engagierte ihre Arbeit sichtbar und laden interessierte Berlinerinnen und Berliner ein, selbst mit anzupacken.
Weitere Informationen zu den Mitmachaktionen finden Sie unter: www.gemeinsamesache.berlin.
Kontakt
Nastasja Ilgenstein
E-Mail: ilgenstein[at]paritaet-berlin.de
Niklas Alt
E-Mail: alt[at]paritaet-berlin.de