Gemeinsam für mehr Inklusion: Großdemo in Berlin am 5. Mai
Presseerklärung des Bündnisses zum Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen
Am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai ruft ein breites Bündnis aus Wohlfahrts-, Sozial- und Behindertenverbänden zu einer Demo in Berlin auf. Tausende Menschen werden an diesem Tag um 15:30 Uhr vom Brandenburger Tor zum Roten Rathaus ziehen und ihre Forderungen nach mehr Inklusion und Teilhabe in einer Abschlusskundgebung an die Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) richten.
Am 5. Mai finden seit mehr als drei Jahrzehnten bundesweit Aktionen anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen statt. Auch 18 Jahre nach Inkrafttreten der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und vieler nationaler Gesetze und Richtlinien sind Menschen mit Behinderungen von einer uneingeschränkten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben noch immer weit entfernt.
"Insbesondere Menschen mit komplexen Behinderungen werden in vielen Lebensbereichen nicht ausreichend berücksichtigt – sei es in der Bildung, auf dem Arbeitsmarkt, in der Gesundheitsversorgung oder bei politischen Entscheidungsprozessen. Dies führt zu struktureller Ausgrenzung und widerspricht dem Anspruch einer inklusiven Gesellschaft. Wir fordern von der Politik, die Rechte von Menschen mit komplexen Behinderungen endlich umfassend zu berücksichtigen und umzusetzen. Teilhabe ist ein grundlegendes Menschenrecht und darf nicht von Art oder Schwere einer Behinderung abhängig gemacht werden", sagt Dominik Peter, Vorstandsvorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin.
Armin Dötsch, Sprecher des SoVD-Landesverbandes Berlin-Brandenburg, ergänzt: "Menschen mit Behinderungen sind nicht ‚schwer vermittelbar‘ – schwer vermittelbar sind unsere Strukturen. Es ist ein Skandal, dass die Arbeitslosigkeit bei doppelt so hoch und damit die Armutsgefährdung drastisch höher als in der Gesamtbevölkerung ist. Das liegt auch an fehlender Inklusion im Bildungssystem. Inklusion am Arbeitsmarkt gelingt nur mit inklusiven Schulen, die wirklich allen Kindern gute Zukunftsaussichten bieten."
"Wir fordern barrierefreien Wohnraum – und zwar konsequent und bezahlbar! Es reicht nicht, Barrierefreiheit nur auf dem Papier zu versprechen. Menschen mit Behinderungen brauchen Wohnungen, die ihren Anforderungen entsprechen und die sie sich auch leisten können. Deshalb braucht Berlin ein transparentes Wohnungskataster, das barrierefreie Angebote sichtbar macht und Versorgungslücken offenlegt. Barrierefreier Wohnraum ist kein Luxus, sondern Existenzsicherung", erklärt Henrike Weber, sozialpolitische Referentin des Sozialverbands VdK Berlin-Brandenburg.
Zum Bündnis gehören der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland e.V., der Berliner Behindertenverband e.V., das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter e.V. (Bifos), der Bundesverband für Selbsthilfe Körperbehinderter e.V., die Fürst Donnersmarck-Stiftung, der Landessportbund Berlin e.V., die Lebenshilfe Berlin e.V., der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin e.V., der SoVD-Landesverband Berlin-Brandenburg e.V., die Sozialhelden e.V. und der Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg e.V.
Kontakt:
Dominik Peter, Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin | 0157 / 5818 4523 | dominik.peter[at]gmx.net
Dörte Gastmann, Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg | 030 / 86 49 10 801 oder 0152 / 0208 0352 | doerte.gastmann[at]vdk.de