Femizid in Berlin: Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser legen ihre Arbeit nieder
Am 03.09. wurde in Wilmersdorf eine 52-jährige Frau in einer Wohnung, die als Bordell diente, tot aufgefunden. Als Tatverdächtiger wurde der Ex-Partner der Frau festgenommen. Um der getöteten Frau zu gedenken, veranstaltet eine Gruppe aus Mitarbeitenden der Anti-Gewalt-Projekte in Berlin, darunter Mitarbeiter*innen der Frauenhäuser und Beratungsstellen gegen Häusliche Gewalt, eine Protestaktion vor dem Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf.
Wann: Mittwoch, 17.09.2025 um 12:00 Uhr
Wo: Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin
In Berlin fehlen nach den Vorgaben der Istanbul-Konvention derzeit 486 Schutzplätze für gewaltbetroffene Frauen. Täglich müssen die Berater*innen an der BIG Hotline gegen Häusliche Gewalt 10–15 schutzsuchenden Frauen und ihren Kindern mitteilen, dass es keinen freien Platz gibt. Seit Jahren machen die Mitarbeitenden des Berliner Anti-Gewalt-Bereichs auf die dramatischen Zustände aufmerksam. Dennoch sind im vergangenen Jahr allein in Berlin 29 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet worden.
Weltweit hat sich das Aufstellen Roter Schuhe in Gedenken an die getöteten Frauen als Symbol etabliert. So werden auch vor dem Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf rote Schuhe aufgestellt. Die Aktion „Rote Schuhe“ der Anti-Gewalt-Projekte Berlin kommt bei einem jeden Femizid zusammen, um gemeinsam den getöteten Frauen zu gedenken, ein Zeichen gegen patriarchale Gewalt zu setzen und ihren politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen.
Die Gruppe fordert:
1. Umsetzung der Istanbul-Konvention
2. Bundesweiter Ausbau der Frauenhausplätze
3. Bezahlbarer Wohnraum und sozialer Wohnungsbau
4. Therapeutische Angebote für Betroffene
5. Barrierefreie Zugänge zu Frauenhäusern
6. Verpflichtende Fortbildungen zu häuslicher Gewalt für bspw. Polizei, Richter*innen, Jugendämter
7. Primärprävention durch Bildungsarbeit an Schulen
8. Zusammenarbeit von Polizei, Justiz und Frauenhäusern zum Schutz hochgefährdeter Frauen und Kinder
Pressevertreter*innen sind zur Berichterstattung herzlich eingeladen.
Pressekontakt:
Nua Ursprung
pr@big-berlin.info