Eroeffnung des Stadtteilzentrums Pankow - Foto: Martin Thoma Schuelerin einer frei gemeinnuetzigen Schule - Foto: Mitra e.V. Eine Breakdanceshow - Foto: Eberhard Auriga Ein Obdachloser auf einer Bank - Foto: Andreas Duellick

Björn-Schulz-Stiftung: Kinderhospiz Sonnenhof wird ausgebaut

Von: usd

Statt bisher zwölf Gästezimmer gibt es künftig Platz für 16 schwer- und unheilbar kranke Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Zusätzliche Räume entstehen für das Kinder-Trauerzentrum und die Akademie der Björn-Schulz-Stiftung.

„Seit drei Jahren ist der Sonnenhof fast immer vollbelegt“, erklärt Jürgen Schulz, der Gründer des Berliner Kinderhospizes Sonnenhof und Vorstand der Björn-Schulz-Stiftung. „Die bisherigen zwölf Zimmer für unheilbar kranke Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene und ihre Angehörigen reichen nicht mehr aus, deshalb werden wir ab diesem Frühjahr das Haus bei laufendem Betrieb um vier Gästezimmer, zusätzliche Therapieräume und einen größeren Gemeinschaftsbereich erweitern müssen.“ Ende 2011 soll der Umbau abgeschlossen sein.

Entlastung und liebevolle Betreuung

Der Alltag von Familien mit einem unheilbar kranken Kind ist unbeschreiblich schwer und kräftezehrend für das Kind oder den Jugendlichen selbst, aber auch für das gesamte Familienumfeld. Das Kinderhospiz Sonnenhof ist nahezu der einzige Ort in Berlin und Brandenburg, wo die Betroffenen so umfangreiche Entlastung sowie professionelle und liebevolle Betreuung in dieser Lebenssituation finden. Die Björn-Schulz-Stiftung konzeptionierte und baute den Sonnenhof ausschließlich mit Spendengeldern auf; im Dezember 2002 wurde das erste Kinderhospiz in Berlin-Brandenburg und damit das zweite bundesweit eröffnet. Hunderte Familien konnten in den vergangenen Jahren hier aufgenommen und auch in der schwierigsten Situation - wenn das eigene Kind stirbt - aufgefangen werden.

Eine Mutter beschreibt den Sonnenhof so: „Hier komme ich das erste Mal nicht in eine Institution, sondern wie zu guten Freunden.“ Weit weg von jeder Krankenhausatmosphäre wird hier der Tag mit möglichst viel Lebensfreude gefüllt - ein Streichelzoo mit Eseln, Schafen und Kaninchen im großen Garten, ein Bewegungsbad, ein die Sinne angeregender Snoezelenraum oder sogar eine Disco im Gartenhaus tragen dazu bei.

„Tag der offenen Baustelle“ im Frühsommer

Der Um- und Ausbau des Kinderhospizes wird voraussichtlich 2,4 Mio Euro kosten; 850 000 Euro stehen bereits zur Verfügung, erklärt Jürgen Schulz. Nur mit Spenden konnte das Haus vor Jahren überhaupt erst aufgebaut und nun auch erweitert werden. Viele Freunde und Unterstützer des Sonnenhofes und der Björn-Schulz-Stiftung werden immer wieder über den Stand des Bauvorhabens informiert. Im Frühsommer wird unter anderem auch ein „Tag der offenen Baustelle“ angeboten, um den Spendern immer wieder zeigen zu können, wie ihre Hilfe eingesetzt wird.

Eigene Räume im „Zentrum für trauernde Kinder“

Nicht nur die weiteren Gästezimmer, sondern auch die Vergrößerung des so wichtigen und von den Familien sehr angenommenen Gemeinschaftsbereiches mit der offenen Küche sowie mindestens ein Spielzimmer liegen Schulz und dem Sonnenhof-Team sehr am Herzen. Die Kunsttherapeutin hätte dann zum Beispiel endlich ausreichend Platz, um mit den kranken Kindern aber auch mit deren Geschwistern weiter erfolgreich zu arbeiten. Bisher muß sie oft in den „Raum der Stille“ ausweichen, der eigentlich Eltern und Hospizmitarbeitern als Rückzugsmöglichkeit vorbehalten ist.

Das Zentrum für trauernde Kinder - ein weiteres Angebot der Björn-Schulz-Stiftung - wird nach dem Umbau auch in eigene Räume einladen können. Hier erhalten Kinder und Jugendliche, die einen geliebten Menschen verloren haben, eine altersgerechte Begleitung zur Bewältigung dieses Verlustes.

Drei Jahrzehnte Erfahrung

Fast drei Jahrzehnte Erfahrung in der umfassenden Betreuung von Familien mit einem schwerstkranken Kind, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen fließen in die Arbeit der Björn-Schulz-Stiftung und damit in den Sonnenhof ein. Die Stiftung ist nach einem kleinen Jungen, der 1982 kurz vor seinem achten Geburtstag an Leukämie verstarb, benannt. Leitsatz der Arbeit der Björn-Schulz-Stiftung ist: Wenn ein Kind so schwer erkrankt, ist immer die gesamte Familie betroffen.

Datum, 10 | 03 | 2011