Regal im Foyer der Landesgeschaeftsstelle - Foto: Petra Engel Ein Kameramann - Foto: Michael Janda

Paritätischer Rundbrief

Aktuelle Ausgabe: April 2012

Die Zeitschrift für Mitgliedsorganisationen erscheint 10 x jährlich. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an rundbrief(at)paritaet-berlin.de.

Wir beziehen Stellung

Laudatio für Käte Tresenreuter bei der MV am 23. Nov. 2011

Wir erinnern uns an das Jahr 1971. Käte Tresenreuter gründete gemeinsam mit  ihrem Ehemann und einigen Verbündeten das Sozialwerk Berlin e.V.  Der  Verein wurde umgehend Mitglied im PARITÄTISCHEN Berlin und nahm diese Mitgliedschaft sofort aktiv wahr. Der PARITÄTISCHE hatte zu dieser Zeit rund 60 Mitglieder - ein Zehntel von heute - und war noch in einer kleinen Villa in der Schorlemer Allee angesiedelt.

Anfang 1972 beschloss der Vorstand des PARITÄTISCHEN, die Mitglieder durch  Mitbestimmungsstrukturen besser einzubinden. So genannte PARITÄTISCHE Fachbereichsgruppen wurden zum  Grundstock dieser Mitsprache. Käte Tresenreuter ergriff gleich die Initiative. Zeitzeugen erinnern sich noch an erste Zusammenkünfte der Gruppe Altenarbeit in den Räumen des St. Michaelsheimes im Grunewald und des Werner Bockelmann Hauses in Wilmersdorf unter Leitung von Käte Tresenreuter. Dies war der Ursprung der bundesweit ersten PARITÄTISCHEN Fachgruppe.

Ende 1973 kam es zur offiziellen Gründung von drei Fachbereichsgruppen, als erstes dabei natürlich die von Käte Tresenreuter gestartete Gruppe Altenarbeit.  Der Begriff Seniorenarbeit etablierte sich gerade. In der Gruppe wirkten damals sieben bis acht Organisationen mit. Hierzu gehörten beispielsweise  die Freie Demokratische Wohlfahrt (FDW), das Unionhilfswerk (UHW), die Lebensabendbewegung, der Deutsche Berufsverband für Krankenpflege oder das Sozialwerk des Schwerhörigenverbandes.
Käte Tresenreuter wollte die Entwicklungen nicht für ältere Menschen gestalten sondern mit ihnen. Sie verfügte und verfügt bis heute nicht nur über sehr viel Elan sondern auch über die richtigen Strategien. Damals kämpfte sie parallel für zwei Anliegen: sie wollte der Selbsthilfe und der Selbstbestimmung älterer Menschen mehr Nachdruck verleihen mit Unterstützung des PARITÄTISCHEN und sie hatte die Vision der Gründung eines Altenselbsthilfe-Zentrums.

Rückblickend ist zu sehen, dass sie beide Ziele erreicht hat und auf dem Weg immer neue Ziele dazugekommen sind. Von Beginn an war Käte Tresenreuter ehrenamtliche Leiterin und Sprecherin der PARITÄTISCHEN Fachgruppe Ältere Menschen. Und seit der Fertigstellung des Altenselbsthilfe- und Beratungszentrums „Humboldtschlösschen“ im Grunewald im Jahr 1983 war sie  Gastgeberin der Fachgruppe bis zum heutigen Tag.

Käte Tresenreuter interessierte sich immer für das Wirken des PARITÄTISCHEN insgesamt. Sie übernahm auch hier Verantwortung und wurde 1974 zunächst Mitglied des Beirates. Von 1982 bis 1997  war sie Mitglied im Vorstand. Sechs Jahre dieser Zeit war sie mit großem Engagement 2.Vorsitzende. In dieser Funktion sorgte sich immer sehr um den verbandlichen Austausch und Zusammenhalt. So geht die Etablierung eines PARITÄTISCHEN Jahresempfanges auf ihre Initiative zurück.              
Unter Leitung von Käte Tresenreuter war die Fachgruppe Ältere Menschen immer dicht dran an den wichtigen Themen der Seniorenpolitik. Referenten und Experten aus Ministerien und Senatsverwaltungen, Wissenschaft und Politik wurden eingeladen und sorgten für einen kompetenten Sachstand. Vor den Wahlen standen ausgewählte Kandidaten der Parteien Rede und Antwort zur Seniorenpolitik.

Einige Themen der Fachgruppe über die Jahre seien  nur beispielhaft benannt:

  • Förderung der Selbsthilfe älterer Menschen
  • Aufbau der Altenhilfe und Altenselbsthilfe im Ostteil der Stadt nach dem Mauerfall
  • Erwartungen der Altenhilfe an die Berliner Sozialpolitik
  • Probleme rund um die Pflegeversicherung
  • Europäisches Jahr der Älteren Menschen
  • Integration ausländischer älterer Mitbürger
  • Zukunft der offenen Altenarbeit
  • Reform der Pflegeversicherung
  • Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik
  • Berliner Seniorenmitwirkungsgesetz
    • Koordinierungstellen ambulanter Rehabilitation und  Pflegestützpunkte und
    • Qualität der Heimversorgung.

Käte Tresereuter hat bei vielen dieser Themen mit eigenen Projekten Maßstäbe gesetzt:

  • Mit dem Aufbau eines ehrenamtlichen Besuchsdienst für vereinsamte Heimbewohnerinnen und –bewohner,
  • mit der Erprobung einer Koordinierungsstelle für ambulante Rehabilitation, aus der 20 Jahre später die Pflegestützpunkte hervorgingen,
  • mit dem Aufbau eines Geriatrienetzes Berlin-Brandenburg und
  • mit ihrem vor zwei Jahren dem Beispiel NUEVAs folgenden Modellprojekt „Ältere Menschen ermitteln selbst die Situation in stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen“.

Mit ihren fast 88 Jahren hat sie immer noch neue Pläne und zeigt, was durch Engagement und Willenskraft zu schaffen ist.

ach 38 Jahren als perfekte Gastgeberin, Expertin in eigener Sache  und ehrenamtliche Leiterin der PARITÄTISCHEN Fachgruppe Ältere Menschen gibt Käte Tresenreuter die Leitung der Fachgruppe ab.

Mit der ersten Fachgruppe Ältere Menschen hat Käte Tresenreuter PARITÄTISCHE Geschichte geschrieben. Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtverband dankt  ihr für dieses überragende ehrenamtliche Engagement und verleiht ihr als Anerkennung ganz besonderer Verdienste den PARITÄTISCHEN Berliner Bär (der Königlichen Porzellan Manufaktur).

Datum, 01 | 12 | 2011