Gartenarbeit in einer Flüchtlingsunterkunft des ASB, Foto: Anne Jeglinski In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma

Opferrechte für geflüchtete Menschen

Veranstaltung mit dem Opferbeauftragten des Landes Berlin zu Opferrechten für geflüchtete und asylsuchende Menschen

Der Opferbeauftragte des Landes Berlin, Roland Weber, während seines Vortrages; Foto: Martin Thoma

Wenn geflüchtete Menschen in Berlin Opfer von Straftaten werden, wissen sie häufig nicht, an wen sie sich wenden können, und welche Rechte sie haben. Damit sie ihre Rechte in Zukunft besser und häufiger geltend machen können, haben der Opferbeauftragte des Landes Berlin und der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin am 6. Juni Mitarbeitende aus Unterkünften und Beratungseinrichtungen für geflüchtete Menschen sowie aus Opferhilfeeinrichtungen zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen.  

Die Veranstaltung diente nicht zur einfachen Informationsvermittlung über die vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten und Unterstützungsangebote, sondern bot viel mehr einen Rahmen für den Erfahrungsaustausch zum Umgang mit Geflüchteten als Opfer von Straftaten.

Wie die Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Berlin Barbara John in ihrem Grußwort betonte, gibt es noch immer große Informationslücken über die rechtliche Situation von Opfern. Sie hoffe, dass die Veranstaltung dazu beitrage, diese Lücken zu schließen. Gleichzeitig lud sie die anwesenden Einrichtungen und Organisationen dazu ein, sich zu vernetzen, damit zukünftig allen von Straftaten betroffenen Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus die von ihnen benötigte Hilfe zugutekommt.

Margit Gottstein, Staatsekretärin für Verbraucherschutz und Antidiskriminierung machte in ihrem Grußwort darauf aufmerksam, dass das Thema Opferhilfe in den vergangenen Jahren im Justizressort merklich an Bedeutung gewonnen habe. Dies zeige sich nicht zuletzt daran, dass in der Senatsverwaltung für Justiz gegenwärtig ein eigenständiges Referat für den Opferschutz eingerichtet werde.

Der Landesopferbeauftragte Roland Weber befasste sich in seinem Vortag mit den rechtlichen Aspekten des Opferschutzes – mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Situation von geflüchteten Menschen. Nachdem er die Rechte von Geschädigten im Strafverfahren sowie deren vermögensrechtliche Ansprüche erläutert hatte, nutzten die vertretenen Hilfseinrichtungen für gewaltbetroffene Menschen die Gelegenheit, sich und ihre Angebote vorzustellen und mit Mitarbeitenden aus Unterkünften und Beratungsstellen für Geflüchtete ins Gespräch zu kommen.

Unter den Hilfseinrichtungen, die ihre Arbeit präsentierten, waren die Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG e.V.), die Gewaltschutzambulanz der Charité, HILFE-FÜR-JUNGS e.V., die LARA Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen*, MANEO – Das schwule Anti-Gewalt-Projekt, die Opferhilfe Berlin e.V., ReachOut, Stop Stalking, der WEISSE RING Berlin und Wildwasser e.V. 

Text: Irina Meyer, Referentin für Straffälligen- und Opferhilfe, Schuldner- und allgemeine Sozialberatung

(vb)

Datum, 12 | 06 | 2018