Gartenarbeit in einer Flüchtlingsunterkunft des ASB, Foto: Anne Jeglinski In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma

Netzwerk will die Situation von schwangeren, geflüchteten Frauen verbessern

Modellprojekt von Pro Familia bündelt Wissen zu Hilfsangeboten

Pro Familia setzt auf Austausch mit anderen Initiativen. Foto: Almut WeiseDie Situation schwangerer, geflüchteter Frauen in Deutschland ist ein wenig bekanntes und beachtetes Terrain. Es gibt nur unzureichend verfügbares gesichertes Wissen. Akteurinnen und Akteure, die beratend und versorgend mit geflüchteten Frauen arbeiten, sind sich einig: Diese Zielgruppe trägt in Bezug auf sämtliche Aspekte sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte ein erhöhtes Risiko für Benachteiligungen. Wie können medizinisches Personal und psychosoziale Fachkräfte dahingehend gestärt und unterstützt werden, dass gesundheitliche und psychosoziale Bedarfe von geflüchteten, gewaltbetroffenen Frauen in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett erkannt und beachtet werden? 

Überblick über Angebote

Im Mai 2017 nahm das Fachdialognetz für schwangere, geflüchtete Frauen in Berlin sowie an sieben weiteren Stadtorten in Deutschland seine Arbeit auf. Dieses Modellprojekt vom Pro Familia Bundesverband wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Das Ziel des Fachdialognetzes: die Unterstützung von Fachkräften aus dem gesundheitlichen und sozialarbeiterischen Bereich sowie ehrenamtlich Tätigen, die Angebote für schwangere Geflüchtete zur Verfügung stellen. Ihre Vernetzung untereinander hilft, einen Überblick über die Angebote zu behalten, vorhandene Kompetenzen zu bündeln – und so die Rechte der schwangeren, geflüchteten Frauen zu stärken. 

Vernetzung über den Fachdialog

Im Rahmen einer gezielten Vernetzungsarbeit nimmt, Katharina Maier, die Koordinatorin des Fachdialognetzes für schwangere, geflüchtete Frauen Berlin, an Fachveranstaltungen und Gremien teil. Dazu gehören Arbeitsgruppen und -kreise zum Thema Frauengesundheit, Flucht & Migration, Willkommensnetzwerke der Berliner Bezirke sowie regelmäßige Austausch- und Kooperationsgespräche mit Akteurinnen und Akteuren, Initiativen und Projekten aus dem Gesundheitswesen, der Geburtshilfe, der psychosozialen Beratung sowie aus Migrationsdiensten oder der Jugendhilfe der Stadt. Das Kooperationsinteresse ist in diesem Bereich sehr groß und überaus bereichernd für den Fachdialog. 

Web-Plattform macht Wissen zugänglich

Diese Vernetzungsarbeit wird mit einer praktisch handhabbaren Online-Plattform gestützt. Die webbasierte Angebots- und Expertinnendatenbank hilft dabei, sich über Angebote für schwangere, geflüchtete Frauen zu informieren. Daneben stellt die Datenbank eine umfangreiche Mediathek mit Fachtexten und -materialien bereit und gibt einen Überblick über Fachveranstaltungen in den jeweiligen Regionen. 

Inhaltliche Vernetzung über Fachveranstaltungen

Das Fachdialognetz für schwangere, geflüchtete Frauen Berlin konnte bereits zwei Schulungen durchführen. Sie reihen sich mit dem Thema Basiswissen Traumatologie: Für Agierende im Kontext der Versorgung und Begleitung geflüchteter Frauen in die Veranstaltungsreihe Fachwissen & Vernetzung ein. Anfang Juni fand die zweite Folgeveranstaltung zum Thema Basiswissen Traumatologie statt. Am 26. September ist eine Fachveranstaltung zum Thema Nonverbale Kommunikation mit schwangeren, geflüchteten Frauen geplant. Zudem soll es einen Vortrag zur Problematik des Menschenhandels in der Versorgung von schwangeren Geflüchteten für 2019 geben. Die Fachveranstaltungen ermöglichen es teilnehmenden Fachkräften, sich über Themen zu vernetzen. 

Mehr über die Arbeit des Fachdialognetzes für schwangere, geflüchtete Frauen finden Sie unter:
www.fachdialognetz.de

(aw)

Datum, 13 | 08 | 2018