Gartenarbeit in einer Flüchtlingsunterkunft des ASB, Foto: Anne Jeglinski In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma In einer Unterkunft des Vita e.V., Foto: Martin Thoma

Keine Abschiebung nach Afghanistan! Perspektiven für junge Geflüchtete schaffen!

Der Paritätische Gesamtverband unterstützt Stellungnahme

Zukunft ungewiss - Junger Geflüchteter am Hafen; Foto: pixabay.com

In Pflegefamilien/Gastfamilien oder stationären Jugendhilfeeinrichtungen leben zahlreiche junge Geflüchtete aus Afghanistan. Viele sind damit konfrontiert, dass ihre Bleibeperspektive unsicher ist. Bis zum Terroranschlag am 31. Mai 2017 in Kabul hat die Bunderegierung – trotz vielfältiger Kritik und rechtlichen Einwänden – junge Menschen aus Afghanistan in eine gefährliche Lebenssituation abgeschoben. Auch für die Fachkräfte, die die jungen Menschen begleiten, spielt die Zukunftsperspektive der jungen Menschen eine zentrale Rolle.

Das Bundesinnenministerium erklärt zu den Abschiebungen nach Afghanistan, dass es sichere Gebiete in Afghanistan gebe, in die auch abgeschoben werden könne. Der neue Bericht von Amnesty International „Forced back to danger: Asylum-seekers returned from Europe to Afghanistan“ (Amnesty International 2017) macht jedoch deutlich: Abschiebungen nach Afghanistan sind „Verstöße gegen das Völkerrecht“, denn es gibt keine sicheren Gebiete in Afghanistan.

Die Sondierungsgespräche für eine mögliche Koalition nach der Bundestagswahl lassen, nach der CDU/CSU Einigung über ein „Regelwerk der Migration“, eine deutlich verschärfte Flüchtlings- und Abschiebepolitik erwarten.

Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF), die Diakonie Deutschland, die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) und das Kompetenzzentrum Pflegekinder haben eine gemeinsame Stellungnahme zu der Situation von jungen Geflüchteten in der Kinder- und Jugendhilfe, die eine Abschiebung nach Afghanistan befürchten, verfasst, die das Kompetenzzentrum Pflegekinder ausdrücklich unterstützt.

Verfasser und Unterstützer der Stellungnahme fordern die Koalitionsparteien und die designierte deutsche Bunderegierung und respektive das neue deutsche Parlament auf, sich für eine Zukunft für die jungen Menschen einzusetzen und die drohenden Abschiebungen der jungen Menschen aus Afghanistan auszusetzen.

(rs)

Datum, 24 | 10 | 2017