Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat Horst Dieter Ladewig (73) die Paritätische Ehrennadel in Gold verliehen - für sein beeindruckendes und über Jahrzehnte andauerndes ehrenamtliches Engagement für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen und für die Deutsche Rheuma-Liga Berlin e.V.
Horst Dieter Ladewig war erst 27 Jahre alt, als er die Diagnose Morbus Bechterew erfuhr. Schnell wurde klar, dass er beruflich Konsequenzen ziehen musste. Die Erkrankung würde ihn körperlich in seiner Mobilität einschränken, diese Botschaft forderte. Er reagierte offensiv und nahm die Nachricht als Chance, gab seine bisherige Berufstätigkeit auf und begann ein Studium für Deutsch und Geschichte. Er gründete eine Familie und wurde Lehrer im ehemaligen Ost-Berlin.
Als junger Betroffener mit einer schweren rheumatischen Erkrankung suchte er sich auch schon zu Zeiten der DDR eine Gruppe von „Schicksalsgenossen“. Er wurde fündig bei der Vereinigung Morbus Bechterew. Nach der Wende lernte Herr Ladewig die Rheuma-Liga kennen und fand dort den richtigen Kreis, um sich zu engagieren. 1992 rief er im Bezirk Köpenick eine Selbsthilfegruppe ins Leben. Er wurde zum Experten in eigener Sache. Über die Jahrzehnte verfügt er über ein umfangreiches Wissen zum Thema rheumatische Erkrankungen, Behandlungsmethoden, über die Rechte der Betroffenen im Gesundheits- und Sozialsystem. Er schreibt Beiträge hierzu und vertritt die Rechte der Betroffenen, setzt sich für Verbesserungen zur Situation der Erkrankten ein.
Horst Dieter Ladewig Ladewig wurde in den Landesbehindertenbeirat gewählt und war dort zehn Jahre tätig. Aktuell ist er im Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung als beratendes Mitglied aktiv. Der Behindertenbeirat in Köpenick und die Rheumaliga können weiterhin auf seinen hohen Sachverstand setzen.
Für den Familienvater, Großvater und Urgroßvater Horst Dieter Ladewig ist die Selbsthilfe von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen eine Herzensangelegenheit.