Beispielhaft für die Prävention sind hier die Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin von pad e.V. zu nennen sowie NACOA, Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien, die Aufklärung an Schulen betreiben und sich in Fachkonferenzen mit Mitarbeitern aus Kitas, Schulen, der ärztlichen und psychiatrischen Versorgung und aus Jugendämtern austauschen. (
www.berlin-suchtpraevention.de n und
www.nacoa.de)
Ambulante Suchthilfen: Projekte wie FreD, realize it und grashopper des Notdienstes für Suchtmittelgefährdete wenden sich direkt an Kinder und Jugendliche, die Cannabis, Partydrogen und Alkohol konsumieren und zielen auf den Ausstieg aus der Sucht. Das Jugendprojekt Escape bietet ambulante pädagogische Begleitung, vermittelt über das Jugendamt.
Einen wegweisenden Ansatz der ambulanten Suchthilfe verfolgt der Therapieladen e.V. mit seinem Forschungsmodellprojekt INCANT(International Need for Cannabis Treatment): 120 Familien mit cannabisabhängigen Kindern (13-18J.) erhielten von 2006 bis 2009 die Multidimensionale Familientherapie, die international als eine der effektivsten Hilfen gilt. Der PARITÄTISCHE setzt sich dafür ein, dass dieser Hilfeansatz als Regelangebot in Berlin angenommen wird.(
www.therapieladen.de )
Wohnen, Betreuung, Schule, Ausbildung: Beispielhaft zu nennen sind das Projekt Wohnen und Betreuen des Anti-Drogen-Vereins und das Synanon Jugendhaus, die süchtige Jugendliche stationär aufnehmen. Sie bieten neben Betreuung und Therapie auch Qualifizierung und Beschäftigung, um den Jugendlichen mit dem Weg aus der Sucht auch eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Mit den Projekten WorkIn und Werkhaus ist auch der Drogennotdienst Berlin in diesem Bereich tätig. (
www.anti-drogen-verein.de,
www.synanon.de )
Betreute Unterbringung für suchtkranke Familien: Das Hiram-Haus Magnolia, nimmt bis zu drei Jahren suchtkranke Eltern mit Kindern auf und bietet auf Kinder und Eltern ausgerichtete therapeutische Hilfen. Der Verein FrauSuchtZukunft betreut süchtige Schwangere und Mütter ab 16 Jahren mit ihren Kindern unter 6 Jahren in Einzelwohnungen, die nach Gesundung übernommen werden können. (
www.hiram-haus.de,
www.frausuchtzukunft.de )
Adressen und Ansprechpartner der genannten Institutionen unter dem Dach des PARITÄTISCHEN finden Sie hier
Aus PARITÄTISCHER Sicht verfügt Berlin über ein differenziertes Angebot der Sucht- und der Jugendhilfe. Es sind aber Verbesserungen nötig, um stärker auf die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien einzugehen. Ferner sind die Hilfeangebote finanziell abzusichern.
Der PARITÄTISCHE fordert im Einklang mit dem 13. Kinder- und Jugendbericht eine bessere Zusammenarbeit der Fachressorts, Institutionen und Hilfesysteme. Der Bericht mit dem Titel: Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen - Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“ fordert zu einer stärkeren Vernetzung der unterschiedlichen Systeme auf. Die Zwölf Leitlinien des Berichts, wie z.B. „Stärkung der Lebenssouveränität“ oder „interprofessionelle Vernetzung“ appellieren an die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Gesellschaft, aktiv zu werden.
Finanzierung der Kinder- und Jugendhilfe für Suchtgefährdete sichern: Jugendliche mit massiven Drogenproblemen und ihre Familien benötigen Unterstützung durch Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe, damit sie nicht weiter aus der Gesellschaft herausfallen und (Re-)Integration möglich ist. Hier sind die Bezirke gefordert, diese Hilfen (zur Erziehung) zu bewilligen und ihren Anteil an Suchthilfe und Prävention zu tragen. Zu sichern sind ambulante therapeutische Hilfen wie die multidimensionale Familientherapie, Wohnprojekte für süchtige oder suchtgefährdete Jugendliche und Mutter- und Kind-Projekte suchtgefährdeter Mütter. Innovativen speziellen Hilfen der Jugend-Suchthilfe ist dabei Rechnung zu tragen. Die Bedeutung dieser Angebote für den sozialen Zusammenhalt in der Stadt ist nicht zu unterschätzen.
Öffentliche Aufklärung verbessern: Der PARITÄTISCHE appelliert an die öffentlichen Medien, nicht nur über spektakuläre Einzelfälle exzessiven Rauschtrinkens von Kindern und Jugendlichen zu berichten, sondern auch der täglichen Arbeit von Präventions- und Suchtkrankenhilfeprojekten für Kinder, Jugendliche und Familien Platz einzuräumen und sich an Aufklärungskampagnen zu beteiligen.
Nachfragen bei:
Elfi Witten, Pressesprecherin PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Berlin
T.: 86001-181
M: 0 172 343 888 1
Andreas Schulz, Fachreferent Jugendhilfe PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Berlin
T.: 86001-162
Heike Drees, Fachreferentin Suchthilfe PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Berlin
T.: 31 59 19 28