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Kinder und Jugendliche und die Gefahren von Rausch und Sucht – was tun?
Zu den Feiertagen am Jahresende steigt der Alkohol- und Drogenkonsum erfahrungsgemäß deutlich an. Die Projekte und Einrichtungen der Berliner Drogen-, Sucht- und Jugendhilfe sind dafür gerüstet. So sind die Telefone der Hotline des Drogennotdienstes Heiligabend und Sylvester rund um die Uhr mit Drogenberatern besetzt, die in Notsituationen Betroffenen und Angehörigen Rat geben: Drogennotdienst-Hotline 030/19237. Beratung speziell für Jugendliche und ihre Angehörigen bietet die Suchtberatungsstelle Login - Tel.: 215 78 33 in der Kaiser-Friedrichstr, 82 in Charlottenburg, Sprechstunden Dienstag 16 bis 19 Uhr. Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.(www.drogennotdienst.org)

Quelle: GEK-Krankenhausreport
Die Fakten zum Drogenkonsum von Jugendlichen zeichnen ein bedenkliches Bild: Eine Befragung von Berliner Jugendlichen ergab, dass 40 Prozent den ersten Alkohol von ihren Eltern und Verwandten erhielten. Studien zeigen, dass solchermaßen ‚angeleitete’ Jugendliche früher und mehr Alkohol konsumieren und weniger negative Erwartungen mit dem Trinken verbinden. Dies stellt die Berliner Fachstelle für Suchtprävention in ihrer Studie Jugend-Alkohol-Hintergründe 2009 fest. Die Zahlen zum jugendlichen Alkoholkonsum sind alarmierend:

* 25.700 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren wurden bundesweit im Jahr 2008 mit akuter Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt – 11 Prozent mehr als im Vorjahr und 170 Prozent mehr als im Jahr 2000, so die aktuelle Meldung vom Statistischen Bundesamt.

Für Berlin registriert die Fachstelle für Suchtprävention
* 1209 alkoholisierte Kinder und Jugendliche, die 2008 durch die Polizei aufgegriffen wurden,
* 225 stationäre Behandlungen aufgrund schwerer Alkoholintoxikation bei Kindern und Jugendlichen in 2007,
* erster Alkoholkonsum mit 12,8 Jahren, erster Alkoholrausch mit 13,8 Jahren im Durchschnitt,
* 36,5 Prozent der Jugendlichen trinkt mehrmals im Monat Alkohol,
* 9,7 Prozent der 11-15-jährigen mehrmals pro Woche.
* 69 Prozent sind schon mindestens einmal betrunken gewesen, – türkische Jugendliche zu 58 Prozent!
* Die Selbsthilfe- und Interessengruppe von Kindern in Suchtfamilien NACOA geht von der Schätzung aus, dass in Berlin 78.500 Kinder in Suchtfamilien, vorrangig alkoholbelastet, aufwachsen.
* Über ein Fünftel der Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus kamen, konsumierten auch illegale Drogen – dies ergab eine aktuelle Münchner Studie.
* Exzessiver Alkoholkonsum birgt neben den möglichen gesundheitlichen physischen und psychischen Schäden auch ein großes Gefahrenpotenzial für Unfälle, Gewalttaten und sexuelle Gewalt.

Ein Teil der 60 Berliner Träger der Suchthilfe und der Jugendhilfe im PARITÄTISCHEN hat spezielle Angebote der Prävention und Hilfe für suchtgefährdete Kinder, Jugendliche und Familien entwickelt. Beispielhaft für die Prävention sind hier die Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin von pad e.V. zu nennen sowie NACOA, Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien, die Aufklärung an Schulen betreiben und sich in Fachkonferenzen mit Mitarbeitern aus Kitas, Schulen, der ärztlichen und psychiatrischen Versorgung und aus Jugendämtern austauschen. (Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.www.berlin-suchtpraevention.de n und Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.www.nacoa.de)

Ambulante Suchthilfen: Projekte wie FreD, realize it und grashopper des Notdienstes für Suchtmittelgefährdete wenden sich direkt an Kinder und Jugendliche, die Cannabis, Partydrogen und Alkohol konsumieren und zielen auf den Ausstieg aus der Sucht. Das Jugendprojekt Escape bietet ambulante pädagogische Begleitung, vermittelt über das Jugendamt.
Einen wegweisenden Ansatz der ambulanten Suchthilfe verfolgt der Therapieladen e.V. mit seinem Forschungsmodellprojekt INCANT(International Need for Cannabis Treatment): 120 Familien mit cannabisabhängigen Kindern (13-18J.) erhielten von 2006 bis 2009 die Multidimensionale Familientherapie, die international als eine der effektivsten Hilfen gilt. Der PARITÄTISCHE setzt sich dafür ein, dass dieser Hilfeansatz als Regelangebot in Berlin angenommen wird.(Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.www.therapieladen.de )

Wohnen, Betreuung, Schule, Ausbildung: Beispielhaft zu nennen sind das Projekt Wohnen und Betreuen des Anti-Drogen-Vereins und das Synanon Jugendhaus, die süchtige Jugendliche stationär aufnehmen. Sie bieten neben Betreuung und Therapie auch Qualifizierung und Beschäftigung, um den Jugendlichen mit dem Weg aus der Sucht auch eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Mit den Projekten WorkIn und Werkhaus ist auch der Drogennotdienst Berlin in diesem Bereich tätig. (Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.www.anti-drogen-verein.de, Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.www.synanon.de )

Betreute Unterbringung für suchtkranke Familien: Das Hiram-Haus Magnolia, nimmt bis zu drei Jahren suchtkranke Eltern mit Kindern auf und bietet auf Kinder und Eltern ausgerichtete therapeutische Hilfen. Der Verein FrauSuchtZukunft betreut süchtige Schwangere und Mütter ab 16 Jahren mit ihren Kindern unter 6 Jahren in Einzelwohnungen, die nach Gesundung übernommen werden können. (Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.www.hiram-haus.de, Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.www.frausuchtzukunft.de )

Adressen und Ansprechpartner der genannten Institutionen unter dem Dach des PARITÄTISCHEN finden Sie hier

Aus PARITÄTISCHER Sicht verfügt Berlin über ein differenziertes Angebot der Sucht- und der Jugendhilfe. Es sind aber Verbesserungen nötig, um stärker auf die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien einzugehen. Ferner sind die Hilfeangebote finanziell abzusichern.

Der PARITÄTISCHE fordert im Einklang mit dem 13. Kinder- und Jugendbericht eine bessere Zusammenarbeit der Fachressorts, Institutionen und Hilfesysteme. Der Bericht mit dem Titel: Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen - Gesundheitsbezogene Prävention und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“ fordert zu einer stärkeren Vernetzung der unterschiedlichen Systeme auf. Die Zwölf Leitlinien des Berichts, wie z.B. „Stärkung der Lebenssouveränität“ oder „interprofessionelle Vernetzung“ appellieren an die Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Gesellschaft, aktiv zu werden.

Finanzierung der Kinder- und Jugendhilfe für Suchtgefährdete sichern: Jugendliche mit massiven Drogenproblemen und ihre Familien benötigen Unterstützung durch Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe, damit sie nicht weiter aus der Gesellschaft herausfallen und (Re-)Integration möglich ist. Hier sind die Bezirke gefordert, diese Hilfen (zur Erziehung) zu bewilligen und ihren Anteil an Suchthilfe und Prävention zu tragen. Zu sichern sind ambulante therapeutische Hilfen wie die multidimensionale Familientherapie, Wohnprojekte für süchtige oder suchtgefährdete Jugendliche und Mutter- und Kind-Projekte suchtgefährdeter Mütter. Innovativen speziellen Hilfen der Jugend-Suchthilfe ist dabei Rechnung zu tragen. Die Bedeutung dieser Angebote für den sozialen Zusammenhalt in der Stadt ist nicht zu unterschätzen.

Öffentliche Aufklärung verbessern: Der PARITÄTISCHE appelliert an die öffentlichen Medien, nicht nur über spektakuläre Einzelfälle exzessiven Rauschtrinkens von Kindern und Jugendlichen zu berichten, sondern auch der täglichen Arbeit von Präventions- und Suchtkrankenhilfeprojekten für Kinder, Jugendliche und Familien Platz einzuräumen und sich an Aufklärungskampagnen zu beteiligen.

Nachfragen bei:

Elfi Witten, Pressesprecherin PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Berlin
T.: 86001-181
M: 0 172 343 888 1

Andreas Schulz, Fachreferent Jugendhilfe PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Berlin
T.: 86001-162

Heike Drees, Fachreferentin Suchthilfe PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Berlin
T.: 31 59 19 28

EW / 21.12.2009
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Das PARITÄTISCHE Extranet (passwortgeschützt) ist unter www.pariextra.de zu erreichen. Das Angebot richtet sich besonders an Mitgliedsorganisationen des Berliner PARITÄTISCHEN.

Für die interessierte Fachöffentlichkeit betreibt der PARITÄTISCHE Berlin das Portal www.paritaet-alsopfleg.de zu den Themen Altenhilfe, Soziales und Pflege.

Die Webseite www.zu-Hause-gepflegt.de informiert Pflegebedürftige und deren Angehörige zu den PARITÄTISCHEN Leistungsangeboten und Möglichkeiten der Pflege zu Hause.

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