Startseite Titelleiste
Suche Profil Themen Fachinfos Finanzen Rat und Tat Freiwillig QualitätService Kalender Mediencenter Kontakt

Schrift   [1]  [2]  [3]
  >> Service > Fundraising > Artikel
 
Service

Betriebswirtschaft
EDV-Service
Fundraising
Fort- und Weiterbildung
Günstige Konditionen
Immobilienanzeigen
Osteuropa- Beratung
Pinnwand
Personalwesen
PR
Praxisstellen
Praktikanten
Raumvergabe
Rechtsfragen
Jobs
Steuern
Stiftungsmittel
Straßensammlung
Tariffragen
Versicherung
Wohlfahrtsmarken
Zivildienst
Spenden in Deutschland
Das Fundraising hat im Vergleich zur Ehrenamtsforschung Nachholbedarf. Die Fachtagung „Spenden in Deutschland – Analysen und Projekte“ des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) am 18. November 2005 leistete für die Teilnehmer/innen daher Pionierarbeit. Sie sollte den Anstoß geben, in Deutschland die Entwicklung einer Spendenstatistik in Form einer Dauerbeobachtung voranzutreiben.

Rudimentäre Datenlage

Sind die Deutschen Spendenweltmeister? Spenden Männer weniger als Frauen, Reiche relativ mehr als weniger gut Betuchte? Wie hoch sind die Spenden in Deutschland absolut? Spenden Ostdeutsche weniger als Westdeutsche? Sieht das idealtypische Profil deutscher Spender/innen so aus: ältere Frauen mit Kindern, im Süd-Westen der Republik wohnhaft, kirchensteuerpflichtig, ehrenamtlich tätig, abhängig beschäftigt beziehungsweise verrentet?

Antworten auf diese Fragen sind widersprüchlich und nur rudimentär verfügbar. Eine nationale Spendenberichterstattung ist desto dringender erforderlich, je mehr Spendentätigkeit als Ausdruck aktiver Bürger/innen in der Zivilgesellschaft wahrgenommen wird. Ziele werden sein, mehr Öffentlichkeit und Transparenz herzustellen und mündigen Bürgern/innen, Politik, Medien und Organisationen Information und Beratung zu liefern.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hatte das im WZB realisiertes Projekt Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.Spenden und ihre Erfassung in Deutschland gefördert. Bei der Fachtagung wurden die Projektergebnisse ebenso wie die Ergebnisse weiterer Institutionen der Fachöffentlichkeit präsentiert.

Spenderberatung

Burkhard Wilke vom Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) erläuterte die Praktiken des Instituts bei der Vergabe des DZI-Spendensiegels und die Herausforderung einer Spendenstatistik aus der Sicht der Spenderberatung. Das Vertrauen von Spendern/innen werde gestärkt durch geprüfte Transparenz wie sie das Spenden-Siegel bietet, und durch direkte Transparenz (Jahresberichte, kostenlose und leicht zugängliche Daten zum Spendensektor).

Organisationen des Dritten Sektors unterlägen auf Grund knapper Zuwendungen der öffentlichen Haushalte und europäischer Entwicklungen einem Legitimationsdruck für ihre Steuerprivilegien. Diese Sonderrolle müsse durch „zuverlässige, aggregierte Finanzdaten“ gegenüber „Politik und Wirtschaft glaubwürdig und wirksam“ verteidigt werden, so Wilke.

Spendermotive und Spendenpotenziale

Brigitte Demant und Nicole Buschle vom Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.Statistischen Bundesamt gaben interessante Einblicke in die Möglichkeiten der statistischen Auswertung von Einzeldaten der rund 30 Millionen Steuerpflichtigen. Nicole Buschle erläuterte, in welcher Höhe 2001 Spenden steuerlich anerkannt wurden und wie die Struktur der Spendenden nach Merkmalen wie Alter, Einkommen, regionaler Herkunft, Religionszugehörigkeit einzuordnen sind.

Wilhelm Heermann und Michael Woltering von der Osnabrücker Arbeitsgemeinschaft Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.Spenden in Deutschland stellten Anlage und Ergebnisse einer Studie vor, die sie durchgeführt hatten. Auf Basis von über 5.200 persönlichen Telefoninterviews kamen sie zu Erkenntnissen über Spendermotive und -potenziale. Sie betrachten in ihrer Studie ausschließlich Geldleistungen, die in den letzten zwölf Monaten an gemeinnützige Organisationen geleistet wurden.

Wichtige Ergebnisse: Die meisten Spender/innen wollen einer bestimmten Zielgruppe helfen, fast ebenso viele eine renommierte Organisation unterstützen. Auch die Mehrzahl der Nicht-Spendenden wäre prinzipiell bereit zu spenden. Nur 13 Prozent spenden tatsächlich für niemanden und niemals. Katastrophenspender/innen würden den unterstützten Organisationen auch weiterhin Geld spenden. Mit besserer Spenderbindung ließe sich an dem Punkt das Ergebnis verbessern. Wer nicht spendet, es aber nicht kategorisch ausschließt, hat meistens kein Geld, wurde nicht wirklich gefragt, hat zu wenig Informationen oder hegt Zweifel an der Verwendung von Spendengeldern – ein weiterer Hinweis auf die Notwendigkeit von Transparenz.

Kontinuierliche Berichterstattung

Martin Günther, Marketing Manager bei der Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), präsentierte das GfK Charity Scope, „ein Marktforschungsinstrument zur kontinuierlichen Erfassung des Spendeverhaltens der deutschen Bevölkerung“ und verwendet die Methode des Verbraucherpanels. Seit 2004 führen 10.000 Deutsche, die älter als zehn Jahre sind, freiwillig und unentgeltlich Tagebuch über ihre Spenden. Die Aufzeichnungen erfolgen schriftlich oder online und werden monatlich (Geld- oder Sachspenden) beziehungsweise halbjährlich (Zeitspenden) anonym ausgewertet. Die GfK beobachtet im Auftrag von Kunden das Marktgeschehen und den Wettbewerb. Außer Acht bleiben Spenden an politische Parteien, gerichtlich veranlasste Geldbußen, Erbschaften für gemeinnützige Zwecke sowie Spenden von Körperschaften.

Auch aus dem GfK Charity Scope lässt sich ein großes Spendenpotenzial ableiten, denn viele Spender/innen sind bereit, mehr zu geben, wenn sie sicher wüssten, dass das Geld ankommt, Schlendrian ausgeschlossen wird und die Organisationen seriös sind. Im Dezember wird am meisten gespendet, 30 Prozent des gesamten Volumens wird durch persönlich adressierte Spendenbriefe generiert. Quantitativ bedeutsam sind auch TV-Galas, Kirchenkollekten und Empfehlungen durch Freunde.

Spendenmonitor

Sandro Matzke, Senior Consultant bei Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.TNS Emnid GmbH , stellte Erkenntnisse aus elf Jahren Spendenmonitor zusammen. Mit der „bevölkerungsrepräsentativen Multi-Client-Studie mit Möglichkeit der Exklusivbeteiligung“ beobachtet TNS Emnid kontinuierlich den deutschen Spendenmarkt, unter anderem in Bezug auf Einstellungen zum Spenden, Kritikpunkte an Organisationen, deren Image und Positionierungen, soziodemografische Beschreibungen relevanter Spendergruppen und so weiter.

Der Spendenmonitor konstatiert, dass trotz Wirtschaftsflaute der letzten Jahre die Spenden steigen und durchschnittlich im Jahr bei 105 Euro pro Spender/in liegen. Spendenfreudig sind leitende Angestellte, Beamte und Freiberufler. Besonders beliebte Spendenzwecke sind Behinderten- und Krankenhilfe, Sofort- und Katastrophenhilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe. Erst danach folgen Soziales, Entwicklungszusammenarbeit Tier, Umwelt- und Naturschutz, Bildung, Kultur und politische Arbeit.

Zukunftsaussichten

Der Dies ist ein Verweis auf einen externen Inhalt.Deutsche Fundraising Verband versammelt in seiner Fachgruppe Spendenmarkt die meisten Akteure, die auch bei der WZB-Veranstaltung dabei waren. Die nächste Aufgabe wird nun darin bestehen, den Faden weiterzuspinnen, den Eckhard Priller und seine Kollegin Jana Sommerfeld mit der Tagung ausgelegt haben. Es wird darum gehen, notwendige Begriffsklärungen herbeizuführen. Eine nationale Spendenberichterstattung wird sich an internationale Standards angleichen müssen, um Vergleichbarkeit herzustellen. Die Finanzierung wird sich auf verschiedene Quellen stützen müssen, wie etwa Stiftungen, Verbände, Spendenorganisationen, Sponsoren und staatliche Mittel.

Große Einigkeit herrschte in der Forderung nach unterschiedlichen Wegen zu mehr Transparenz. Geprüfte Transparenz durch geeignete Institutionen und direkte Transparenz durch die Organisationen selbst wird mehr Licht ins Dunkel bringen und die Spendenbereitschaft erhöhen.

Übrigens: Die Deutschen sind nicht Spendenweltmeister, sondern „allenfalls im internationalen Mittelfeld“ (Wilke). Mehr Frauen als Männer spenden – sie werden aber auch älter. Die Superreichen im Lande spenden zwar absolut gesehen hohe Summen, gemessen an ihren Möglichkeiten aber relativ weniger als die „Besserverdienenden“. Die Spendensumme insgesamt liegt in Deutschland zwischen 2,6 und sieben Milliarden Euro – genaueres ist noch nicht bekannt. Wie viel die Wirtschaft beisteuert, weiß niemand. Katholische Rentnerinnen aus Baden-Württemberg spenden in der Tat mehr und häufiger als arbeitslose 20-Jährige in Mecklenburg-Vorpommern – fast hätte man es sich gedacht.

maf / 22.11.2005
zurück
 
Zur Onlineberatung

Foto: djh-info.de

Zivildienstplatzsuche
Auf der Suche nach einem Zivildienstplatz? Hier können Sie bequem und online freie Zivildienststellen in sozialen Einrichtungen der Bundesländer Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern abfragen.
Suchformular öffnen ...

Startseite | Suche | Kontakt | Impressum